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03.03.2010
Magdeburger Volksstimme

Baumgart stellt sich auch in der Krise vor seine Spieler

Magdeburg. Nur ein Punkt aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause, das damit verbundene vorzeitige Aus im Aufstiegsrennen und jede Menge Kritik – Steffen Baumgart, Trainer des arg gebeutelten Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, ist in diesen Tagen und Wochen nicht zu beneiden. Doch der 38-Jährige verkriecht sich nicht etwa im stillen Kämmerlein, spielt auch nicht die beleidigte Leberwurst oder prügelt auf seine Mannschaft ein, sondern stellt sich der Verantwortung.
„Es ist zweifellos eine schwierige Situation, in die wir uns aber selber hineinmanövriert haben. Im Fußball kann so etwas immer passieren. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht“, sagt Baumgart und erinnert daran, „dass er nichts Unmögliches von seinen Spielern verlangt, sondern nur das, was sie bereits gezeigt haben“.
Doch grundlegende Tugenden wie Einsatzwillen, Aggressivität und Laufbereitschaft ließen zuletzt mehr als zu wünschen übrig, die grottenschlechten Leistungen gegen Türkiyemspor (1:1), Hansa Rostock II und VFC Plauen (jeweils 0:1) sorgten für blankes Entsetzen und Rätselraten, wie ein solch krasser Abfall nach der ordentlich verlaufenen Vorberei tung zu erklären ist. Baumgart glaubt an ein „Kopfproblem“. Der Coach: „Die Mannschaft hat sich von negativen Dingen zu sehr beeinflussen lassen. Außerdem sieht man deutlich, wenn Spieler wie Bankert oder Bauer fehlen, die die Arbeit auf dem Platz verrichten und auch charakterlich wichtig sind.“
Dass Baumgart mittlerweile selber in der Schusslinie steht, hält er bei diesen Ergebnissen nicht für ungewöhnlich: „Dass ich in einer solchen Situation hinterfragt werde, ist normal.“ Er betont jedoch: „Mit der Trainerfrage beschäftige ich mich dennoch nicht. Wenn ich daran denken würde, was nach einer möglichen Niederlage am Sonntag in Wilhelmshaven am nächsten Tag passieren könnte, hätte ich schon verloren. Was ich tun kann, ist konzentriert und professionell meinen Job zu machen und die Mannschaft entsprechend vorzubereiten.“
Auch in der bislang größten Krise stellt sich der Trainer vor sein Team und es keineswegs an den Pranger: „Es wird von mir keine öffentliche Kritik geben. Das sind meine Jungs, mit denen ich täglich zusammenarbeite, ich habe Vertrauen in sie.“ Er sagt aber gleichzeitig: „Ich hoffe natürlich, dass sie sich jetzt auch für den Trainer ein bisschen den A ... aufreißen.“
Baumgart geht fest davon aus, dass am Sonntag gespielt wird: „Derart geschwächt ist der FCM so schnell nicht wieder. An Wilhelmshavener Stelle würde ich alles daransetzen, die Partie durchzuführen.“ Danach sieht es auch aus. Auf Nachfrage erklärte Bernd Kirchner von SV Wilhelmshaven: „Der Platz ist gewalzt und trocken. Zu 99,9 % findet das Spiel statt.“

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