08.03.2010
Spielausfall in Wilhelmshaven sorgt auf beiden Seiten für reichlich Ärger
Es scheint, als bliebe dem kriselnden Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg derzeit nichts erspart: Das Auswärtsspiel beim Tabellenvorletzten SV Wilhelmshaven wurde gestern vormittag vom Unparteiischen kurzfristig abgesagt. Sportchef Michael Richter sprach von einem „äußerst ärgerlichen Vorfall“.
Der FCM-Tross hatte sich am Samstag mit einem mulmigen Gefühl auf den Weg nach Wilhelmshaven gemacht. Richter, in Oldenburg wohnhaft und daher mit den Gegebenheiten bestens vertraut, sagte: „Im Norden waren sämtliche Spiele abgesagt worden, nur in Wilhelmshaven nicht. Wir hatten den Eindruck, dass sie die Partie unbedingt durchziehen wollten, auch aufgrund unserer akuten Personalprobleme.“
Doch daraus wurde nichts. Schiedsrichter Waschitzki (Essen) begründete sein „Nein“ bei der Platzbegehung am gestrigen Vormittag mit einer gefrorenen Schneedecke, die auch bis zum Nachmittag nicht ausreichend abgetaut wäre und somit zu einer zu großen Verletzungsgefahr geführt hätte. Dieser Argumentation konnte Richter durchaus folgen („Der Untergrund wäre hart geblieben“); er bemängelte allerdings „fehlendes Augenmaß“ im Vorfeld: „Die Chancen, dass überhaupt gespielt werden kann, waren von Beginn an sehr gering. Man hätte die Partie schon am Samstag absagen sollen. Denn auch der Sicherheitsaspekt ist ja nicht von der Hand zu weisen. Man hat uns bei teilweise dramatischer Eisglätte Richtung Wilhelmshaven fahren lassen. Das alles wäre vermeidbar gewesen.“
Den finanziellen Schaden mit Transport- und Übernachtungskosten bezifferte der Sportchef auf rund 4000 Euro.
Doch auch Gastgeber Wilhelmshaven war sauer: „Aus unserer Sicht hätte gespielt werden können. Der Schnee war nicht gefroren, allenfalls verharscht. Wir hatten uns im Vorfeld alle Mühe gegeben, auch die Tribünen geräumt. Jetzt ist alles umsonst“, klagte Wilhelmshavens Geschäftsstellenleiter Bernd Kirchner.
Lachender Dritter bei dem Hin und Her dürfte der SV Babelsberg gewesen sein, denn der gestrige Ausfall bedeutet für den FCM, dass die gesperrten Christian Prest, Lars Fuchs und Radovan Vujanovic nun kommenden Sonntag gegen den Spitzenreiter fehlen.
Ganz so negativ sieht es Richter allerdings nicht: „Einerseits ist es natürlich bitter, dass uns die drei nicht zur Verfügung stehen. Andererseits haben wir jetzt eine Woche mehr Zeit und können darauf hoffen, dass die angeschlagenen Maximilian Watzka, René Gewelke und Andreas Gaebler ihre Verletzungen auskuriert haben.“
Gestern nachmittag kehrte der FCM nach rund fünfstündiger Busfahrt nach Magdeburg zurück und absolvierte anschließend noch eine Trainingseinheit. Wann das Spiel in Wilhelmshaven nachgeholt wird, steht noch nicht fest.
Nach der Spielabsage in Wilhelmshaven zurück in Magdeburg (v.l.): Pascal Matthias, Martin Zander, Moritz Instenberg und Marko Verkic.
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