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22.03.2010
Magdeburger Volksstimme

Zieht der FCM heute die Notbremse?

Die Talfahrt des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg geht weiter. Das 1:4 (1:3) am Sonnabend bei Hannover 96 II bedeutete sogar die höchste Saisonniederlage. Doch wie es aussieht, ziehen die Verantwortlichen heute die Notbremse.
Hannover. Der geschockte Präsident Rehboldt rang unmittelbar nach dem Abpfiff im weiten Rund der AWD-Arena lange nach Worten und sagte dann: „Das war der absolute Tiefpunkt. Ich habe nur zwei Spieler gesehen, die sich gewehrt haben. Neumann und Fuchs. Am Montag fällt eine Entscheidung, die Trainerfrage eingeschlossen.“
Das kann eigentlich nur heißen, dass sich der Club nach der katastrophalen Rückrundenbilanz (nur ein Punkt aus fünf Spielen) von Coach Steffen Baumgart trennen wird.
Der Betroffene selbst ahnte vielleicht schon am Sonnabend, was auf ihn zukommt: „Wir sind ganz klar auf einem absteigenden Ast. Irgendwann hat man als Trainer keine Argumente mehr ...“ Der 38-Jährige war zu Beginn der zweiten Halbzeit viel eher als seine Spieler aus der Kabine gekommen und saß minutenlang gedankenversunken auf der Bank. Auf die Frage, was sich zur Pause abgespielt habe, sagte Baumgart: „Ich bin nicht rumgelaufen wie ein Rumpelstilzchen, habe aber den Jungs zu verstehen gegeben, dass sie ihr Gesicht wahren und sich so wehren sollen, dass ich auch nach dem Spiel sagen kann: Das ist meine Mannschaft!“
Doch mit der geforderten Ge genwehr war es spätestens nach dem 4:1 durch den überragenden Schlaudraff vorbei. Der FCM ergab sich seinem Schicksal, reagierte nur noch statt zu agieren. Stürmer Fuchs, noch einer der wenigen Lichtblicke, meinte: „Nach dem vierten Gegentreffer wusste jeder: Gegen eine solche Topmannschaft wie Hannover 96 mit drei Profis, allen voran Schlaudraff, ist nicht mehr viel zu machen. Trotzdem: So schlecht, wie es das Ergebnis vermuten lässt, waren wir nicht. Wir hatten selber genug Chancen.“
Stimmt. Hätte der Lattenkracher von Watzka gesessen (36.) oder Racanel einen an Zander verursachten Foulelfmeter nicht über, sondern ins Tor geschossen (68.), wäre es vielleicht noch einmal eng geworden. So aber ging der Club als klarer Verlierer vom Platz. Ein Doppelschlag hatte für eine beruhigende Führung der 96er gesorgt – Ghasemi-Nobakht traf zunächst mit einem nicht unhaltbar erscheinenden Flachschuss (22.) und erhöhte dann per Foulelfmeter (Bankert an Schlaudraff/23.) auf 2:0.
Noch vor dem Wechsel gelang Gaudian nach Schlaudraff-Solo das 3:0 (37.), bevor Fuchs auf 3:1 verkürzte (43.). Doch mit dem 4:1 – ein sehenswerter direkter 22-m-Freistoß von Schlaudraff – waren frühzeitig alle Messen gesungen (61.). Der Rest der rund 400 mitgereisten FCM-Anhänger – etwa die Hälfte hatte schon zur Pause das Stadion verlassen – quittierte den leidenschafts- und leblosen Kick mit „Ihr macht unseren Club kaputt“ und „Baumgart-raus“-Rufen.
Da überraschte es dann schon, dass 96-Coach Thomas Flath dem Gegner sogar ein Kompliment machte: „Magdeburg hat sich hier gut präsentiert und offensiv mitgespielt ... Der spielentscheidende Mann war heute Schlaudraff.“
96-Profi-Coach Mirko Slomka hatte den Ex-Nationalspieler zu den Amateuren verbannt, was die Hannoversche Boulevard-Presse dahingehend ausschlachtete, dass Schlaudraff (125 000 Euro Monatsgehalt) der derzeit bestbezahlteste Regionalligaspieler sei. Er kassiert 4000 Euro – täglich ...

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