"Blau-Weiß interviewt" mit Marcel Costly

„Unterstützung von der ersten bis zur letzten Minute – das gibt uns Kraft.“

In der zurückliegenden Winterpause stößt Marcel Costly aus der U23 des FSV Mainz 05 zum blau-weißen Drittligateam an die Elbe. Schnell kann der 22-Jährige seinen Cheftrainer Jens Härtel von seinem Offensivdrang und den gut ausgebauten Defensivqualitäten überzeugen, sodass er zum Stammspieler reift. Auch in Liga 2 spielt der geborene Achimer (Niedersachsen) eine wichtige Rolle im Team und gewöhnt sich gut an die neue Spielklasse. Warum der Außenspieler großen Wert auf gesunde Ernährung legt, wer es ihm bei FIFA an der Konsole nicht leicht macht und was sein Traumberuf als Kind war, verrät Marcel Costly im Interview. Das komplette Interview befindet sich auf dem, offiziellen YouTube-Kanal des 1. FC Magdeburg.

Marcel, wie hast du es geschafft, dich ab Januar so schnell ins Mannschaftsgefüge zu integrieren?
Das ging relativ leicht. Ich kannte ja bereits Felix Lohkemper und auch Richard Weil, aber auch die anderen waren super nett zu mir und haben mich gut aufgenommen. Direkt am ersten Tag, beim Laktattest, da haben schon viele mit mir geredet und es hat gleich viel Spaß gemacht.

In der vergangenen Saison waren wir oft der Favorit. In Liga 2 ist der FCM meist der Außenseiter. Wie kommt ihr mit dieser Rollenverteilung klar?
Wir wussten, dass es schwierig wird und wir wussten, auf was wir uns in der 2. Liga einstellen müssen. Unser Trainer stellt uns jede Woche darauf ein, meist natürlich etwas defensiver. Wir haben vor keinem Gegner Angst und wissen, was wir können. Viele Sachen, auf die wir achten müssen, werden einfach nur noch intensiver und konkreter besprochen.

Was war dein Traumberuf als Kind?
Polizist. (lacht) Mit 16 Jahren hatte ich auch einen Einstellungstest bei der Polizei und ich dachte mir, dass nun alles läuft wie ich’s möchte. Diesen Test habe ich dann leider nicht geschafft, sodass ich eine andere Richtung einschlagen musste.

Wie war deine Zeit in Mainz, was hat dich geprägt?
Ich war dreieinhalb Jahre in Mainz und hatte in dieser Zeit drei Trainer: Martin Schmidt, Sandro Schwarz und Dirk Kunert. Das waren alles super Trainer. Die fußballerische Ausbildung habe ich genossen. Es wurde viel Wert auf die technische Versiertheit und Ballbesitz gelegt, das hat mich schon geprägt. Gerade auch weil viele Jugendspieler dabei waren, mit denen man von Jahr zu Jahr besser wurde. Das hat die U23 ausgezeichnet.

Schon in Liga 3 bist du zum Stammspieler gereift. Wie froh bist du, auch in der 2. Bundesliga meist gesetzt zu sein?
Natürlich bin ich darüber sehr froh, da hinter steckt aber auch ganz harte Arbeit. Man muss viel dafür machen und dem Trainer immer wieder zeigen, dass man Woche für Woche spielen will. Dann hat man es sich auch verdient, dass man fast jedes Spiel spielt.

„Ich bin ein Typ, der viel ackert, viel rennt und immer alles gibt.“

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Im März 2018 bejubelte Marcel Costly seinen ersten Treffer für Blau-Weiß im Drittligaspiel gegen den VfR Aalen. (Foto: Sportfotos Magdeburg)

Cheftrainer Jens Härtel fordert von Offensivspielern viel Defensivarbeit, wie kommst du damit zurecht?
Für mich ist das kein Problem. Ich bin ein Typ, der viel ackert, viel rennt und immer alles gibt. Von daher denke ich, dass es zu mir passt.

Wie würdest du dein Elternhaus beschreiben, wie bist du aufgewachsen?
Mein Vater ist Amerikaner, er war Lagerist. Meine Mutter war Krankenschwester. Wir hatten ein Haus, in dem ich ganz normal aufgewachsen bin. Das war ganz entspannt, ich konnte mich nicht beklagen und bin glücklich darüber. Ich hoffe, es geht so weiter.

Wie verbringst du deine freien Tage zum Regenerieren und zum Abschalten?
Ich fahr öfter gern in meine Heimat zu meiner Familie. Oder ich fahre beispielsweise nach Berlin zu einem anderen Freund, je nachdem, wie viel Zeit da ist. Ab und zu gehe ich auch in die Sauna. Zu Hause benutze ich auch Recovery Boots (Regenrationsgerät für die Beinde, Anm. d. Red.), das heute heutzutage sehr in. Um den Kopf auch mal abzuschalten, versuche ich auch mal, nichts über Fußball zu lesen oder anzuschauen. Das bringt auch immer ganz viel, um dann wieder frisch in die neue Woche zu starten und hart zu trainieren.

Wer ist dein härtester Gegner bei FIFA an der Konsole?
Puh, das ist eine gute Frage. (lacht) Wenn ich an unsere Mannschaft denke, spiele ich häufig mit Felix Lohkemper und Alex Brunst. Da muss ich schon sagen, dass Felix besser ist als Alex. Wenn die das lesen, wird es wahrscheinlich schwer, das auszudiskutieren. (lacht)Momentan ist aber Felix Lohkemper der schwerste Gegner.

Wie blickst du auf die stimmungsvollen Heimspiele gegen den HSV oder Dresden zurück?
Es war Wahnsinn, da fehlen einen manchmal echt die Worte. Gegen Dresden war es schon pure Gänsehaut als wir im Gegenzug zum verschossenen Elfer das 2:2 durch Bülter machen. Danach: Ekstase, Ausrasten, das war einfach mega. Riesen Respekt an die Fans, dass sie so hinter uns stehen, das macht einfach Mut für die nächsten Spiele. Gegen den HSV war es genauso – Unterstützung von der ersten bis zur letzten Minute, das gibt uns Kraft.

Wie lange dauert es, sich an das hohe Tempo der Liga zu gewöhnen?
Ich denke, das schätzt jeder mit seinen individuellen Eigenschaften selbst ein. Bei mir war es so, dass die ersten Spiele schwierig waren. Danach konnte ich mich immer besser dran gewöhnen, sodass ich mithalten konnte.

Was ist deine größte Stärke und wo willst du dich noch verbessern?
Meine größte Stärke ist meine Schnelligkeit. Wo ich mich auf jeden Fall noch verbessern möchte, ist im technischen Bereich. Da kann ich noch etwas zulegen, damit sich die Schnelligkeit noch mehr auszahlt.

Wie hast du dein erstes Tor in der 2. Bundesliga erlebt und wie hast du dich gefühlt?
Schwierig. Wir haben ja 2:0 gegen Paderborn hinten gelegen. Dann habe ich den Anschlusstreffer gemacht und habe gar nicht richtig wahrgenommen, dass das mein erster Zweitligatreffer ist. Das bedeutete für uns: „Jetzt geht’s los und wir geben richtig Gas und nehmen hier noch was mit.“ Das haben wir dann zum Glück auch noch geschafft. Sowas behält man in Erinnerung, ich habe mein Trikot aus diesem Spiel auch noch zu Hause.
 
Wie nehmt ihr das hohe Medienaufkommen wahr?
Ich persönlich war am Anfang erstmal etwas verwundert, dass es so viel war. Bei der U23 von Mainz habe ich zuvor vielleicht zwei oder drei Interviews geführt. Aber ja, damit muss man leben und als Profifußballer klarkommen. Ob positiv oder negativ, man muss immer seinen Mann stehen.

Wie wichtig ist gesunde Ernährung als Profisportler?
Für mich ist das sehr wichtig. Ich ernähre mich auch echt gesund. Da man jeden Tag sehr intensives Training hat und beispielsweise in Englischen Wochen wenig Zeit zum Regenerieren hat, ist ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Mir tut es auch gut, da man sich einfach als Mensch auch besser fühlt.

Vor und nach dem Training bist du oft auf der Gymnastikmatte zu finden. Ist das dein Geheimnis, Verletzungen vorzubeugen?
Geheimnis würde ich jetzt nicht sagen, für mich ist es schon eine Gewohnheit geworden. Für meinen Fußball, den ich spiele, und um Verletzungen vorzubeugen, gehört das einfach dazu. Ich merke, dass es was bringt und werde damit auch nicht aufhören.

Wie beschreibst du die Stadt Magdeburg in drei Worten?
Sportstadt – lebendig – schön.

 

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