10.08.2019

DFB-Pokal: Krämer-Team verkauft sich teuer

120 Minuten Kampf – SC Freiburg siegt knapp in der Verlängerung
Im Rahmen der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2019/2020 kann sich der SC Freiburg vor 14.093 Zuschauern in der MDCC-Arena Magdeburg knapp erst in der Verlängerung mit 1:0 gegen den 1. FC Magdeburg durchsetzen. Luca Waldschmidt entschied mit seinem Treffer in der 93. Minute das hart umkämpfte Pokalspiel, in dem sich die Mannschaften auf Augenhöhe begegneten.
 
Pflichtspieldebüt für Behrens
Im Vergleich zum Auswärtssieg im Ligaspiel beim SV Meppen vor einer Woche rotierte Cheftrainer Stefan Krämer lediglich auf zwei Positionen. Morten Behrens debütierte als Schlussmann und kehrte für Alexander Brunst zwischen die Pfosten. Zudem durfte Manfred Osei Kwadwo von Beginn die linke Außenbahn beackern, er war für Sirlord Conteh (Prellung) in die Startelf gerückt. Gästetrainer Christian Streich schickte mit vielen gestandenen Bundesligaspielern eine erfahrene Mannschaft ins Rennen um den Einzug in die 2. Pokalrunde. Besonders in Acht nehmen musste sich die Krämer-Elf vor Toptorjäger Nils Petersen, Sohn des ehemaligen FCM-Trainers Andreas Petersen.
 
FCM dominiert Anfangsviertelstunde
Schiedsrichter Harm Osmers gab die 14. DFB-Pokal-Teilnahme des 1. FC Magdeburg pünktlich um 15:30 Uhr. Zuvor wurden die Mannschaften mit eindrucksvollen Choreographien, instruiert von beiden Fanlagern, auf den Platz geführt. Blau-Weiß lief die Gäste aus dem Süden der Republik früh und stürmisch an, ließ keine Zeit, um ins eigene Spiel zu finden. So ergaben sich Fehlpässe der Breisgauer und erste Torannäherungsversuche der Gastgeber. In der 9. Minute drang Bertram mit Höchstgeschwindigkeit und versuchte den Querpass, Beck und Kvesić verpassten knapp. in die Den ersten Torschuss der Partie feuerte Mario Kvesić nach zehn Minuten ab. Gjasula hatte in den Rückraum gelegt, wo der Kroate knapp verzog. Erst in der 16. Minute versuchten es Gäste mit einem ersten Torschuss, kein Problem für Behrens. Die Innenverteidigung um Müller und Gjasula machte einen äußert stabilen Eindruck.
 
Beck an den Pfosten
Nach der Anfangsviertelstunde hatte der SCF an Ballsicherheit gewonnen und ließ die Kugel geduldig in der eigenen Hälfte kreisen, bis sich Lücken im Mittelfeld ergaben und der gefährliche Pass gewagt wurde. So auch in der 25. Minute als Petersen direkt auf Sallai weiterleitete und dieser aus zentraler Position nur noch Behrens vor sich hatte, der Freiburger verzog jedoch über den Querbalken. Dann auf der Gegenseite: Kvesić mit schnittiger Eingabe, Müller hielt am langen Pfosten den Kopf hin – drüber.

Auch die erste Ecke gehörte dem Club und brachte größte Gefahr mit sich. Bertram hatte den Standard in der 38. Minute präzise in die Box getreten, Beck stieg hoch und nickte das Leder an den linken Torpfosten. Glück für die Gäste, Torhüter Schwolow war bereits geschlagen. Zum Ende der ersten Halbzeit intensivierten sich die Versuche der Elbestädter. Ein ums andere Mal marschierte Dominik Ernst die rechte Seite hinunter und sorgte mit gefährlichen Eingaben für große Gefahr. Zwischenzeitlich hatte Kwadwo die erste Gelbe Karte der Partie gesehen (taktisches Foul/29.) Ohne Nachspielzeit beendete Osmers den ersten Durchgang, ein Klassenunterschied oder gar ein Zweiklassenunterschied war zu keinem Zeitpunkt erkennbar. Ein beherzter Auftritt der Magdeburger.
 
Tempo bleibt hoch
Mit demselben Personal wie in Durchgang eins starteten beide Mannschaften in den zweiten Spielabschnitt. In der 51. Spielminute kassierten auch die Rot-Schwarzen die erste Verwarnung, Borrello hatte ein taktisches Foul gegen Bertram gezogen. Zwei Minuten später folgte die erste Großchance in Halbzeit zwei. Jacobsen verlagerte auf rechts, Ernst gab flach ein und Beck verzog hauchdünn neben den Kasten. Der Kessel nahm Temperatur auf.

Kurze Zeit später wurde es auch auf der Gegenseite brenzlig – ein langer Ball der Freiburger segelte an allen vorbei, am langen Pfosten verpasste Petersen um einen Schritt. Der FCM brannte auf einen Treffer, nächstes Indiz dafür war der wuchtige Distanzschuss von Kvesić in der 60. Minute. Schwolow hatte es im letzten Moment geschafft, die Fäuste hochzureißen. Perthel scheiterte im Nachschuss. Im Offensivspiel der Freiburger haperte es oft an Bewegung. Mit Mut, Leidenschaft und Disziplin gewann der Drittligist weitere Spielanteile und war in Summe die aktivere Mannschaft. Streich wechselte als erstes und brachte Höler für Sallai in die Begegnung.

Es folgte eine Rettungstat von Müller und Perthel in der 70. Minute: einen quergespielten Ball von Waldschmidt kratzten sie im Verbund von der Torlinie. Auch Krämer rotierte: Laprevotte und Kwadwo machten Platz für Rother (70.) und Chahed (74.). Anschließend versuchte es Dominik Ernst im Alleingang und zog entschlossen aus 25 Metern auf den Kasten, seinen satten Schuss ins rechte Eck konnte Schwolow zur Ecke parieren. In der Schlussphase der regulären Spielzeit konnte sich keines der Teams echte Großchancen erarbeiten. Es war ein hochintensives und spannungsgeladenes Spiel, in dem sich der Drittligist auf Augenhöhe mit dem Bundesligisten begab.
 
Entscheidung in der Verlängerung  
So ging es mit Ablauf der zwei Minuten Nachspielzeit in die Verlängerung, beiden Teams blieben 30 Minuten, um eine Entscheidung herbeizuführen. Bei einer Umschaltsituation wurde Waldschmidt zu viel Raum überlassen, der 23-Jährige zog aus 20 Metern ab, unhaltbar schlug der Ball im rechten Eck ein – 0:1 in der 93. Spielminute. Doch Blau-Weiß steckte nicht auf, ebenso wenig wie das Magdeburger Publikum. Beck, Chahed, Bertram und allen voran der nicht kaputt zu kriegende Ernst trieben den Ball immer wieder in die Hälfte der Breisgauer. Mehrmals war es der letzte Abwehrmann oder Torwart Schwolow, der größere Gefahr verhinderte.

Den Schlusspunkt der ersten Halbzeit der Verlängerung setzte Timo Perthel mit einem Strahl aus 25 Metern, bei dem sich Schwolow erneut strecken musste. Danach war Schluss für ihn und Kvesic: Marcel Costly und Anthony Roczen ersetzte sie fortan. Eine große Chance zum Ausgleich ergab sich nochmal in der 108. Minute: wieder führte Ernst den Ball und gab zentral in den Strafraum ein, Roczen allerdings verpasste die Kugel. Die Hausherren gaben sich auch in den Schlussakkorden der Verlängerung zu keinem Zeitpunkt geschlagen und warfen alles in die Waagschale. Viele hohe Bälle erreichten nun das letzte Drittel vor dem Freiburger Gehäuse. Die tiefstehenden Gäste ließen allerdings keine großen Möglichkeiten mehr zu.
 
Am Ende fehlte dem Drittligisten das entscheidende Spielglück, um den Bundesligisten aus dem Pokalwettbewerb zu werfen, sodass letztlich eine starke Einzelaktion von Luca Waldschmidt die Partie entschied.
 
„Wir wollten Fußball spielen. Ich kann den Jungs nach 120 Minuten absolut keinen Vorwurf machen, sie haben sich voll reingeknallt. Mir tut‘s extrem leid für die Mannschaft und die Zuschauer. Die Fans haben eine unfassbare Energie an die Mannschaft gegeben“, so FCM-Cheftrainer Stefan Krämer nach der Partie.
 
Am Freitag, den 16.08.2019, findet die 3. Liga 2019/2020 ihre Fortsetzung, wenn der 1. FC Magdeburg anlässlich des 5. Spieltags im Auswärtsspiel auf den Chemnitzer FC trifft.
 
 
 
Tore: 0:1 Luca Waldschmidt (93.)
 
1. FC Magdeburg: Morten Behrens – Tobias Müller, Jürgen Gjasula, Timo Perthel (105. Marcel Costly), Dominik Ernst, Thore Jacobsen, Charles-Elie Laprevotte (70. Björn Rother), Mario Kvesić (105. Anthony Roczen), Manfred Osei Kwadwo (74. Tarek Chahed), Sören Bertram, Christian Beck
 
SC Freiburg: Alexander Schwolow – Jonathan Schmid, Philipp Lienhart, Dominique Heintz, Christian Günter, Brandon Borrello (111. Robin Koch), Nicolas Höfler, Mike Frantz (78. Jerôme Gondorf), Roland Sallai (61. Lucas Höler), Luca Waldschmidt, Nils Petersen (87. Jeong Wooyeong)
 
Zuschauer: 14.093 (MDCC-Arena Magdeburg)

 

Pressekonferenz nach dem Spiel:

 

Foto: Sportfotos Magdeburg

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