04.05.2019

FCM verliert in Bochum

Mit einer 2:4 (0:1)-Niederlage verabschiedete sich der 1. FC Magdeburg am heutigen 32. Spieltag aus Bochum. Gegen den heimischen VfL musste Blau-Weiß vier Gegentore hinnehmen, erzielte selbst zwei Treffer und verzichtete vor über 17.300 Fans lange auf den eigenen Anhang. 

Vorfreude genommen

Der Gästeblock füllte sich nur spärlich mit Fans des 1. FC Magdeburg im Rahmen der Partie um den 32. Spieltag im Vonovia-Ruhrstadion in Bochum. Der eigens für die Partie durch die aktive Fanszene organisierte Sonderzug kam wie geplant am Bochumer Hauptbahnhof an. Hunderte Clubfans wurden hier jedoch stundenlang festgehalten, weshalb der 1. FC Magdeburg die Hintergründe und Ursachen des Polizeieinsatzes prüfen wird. Erst zur späten Spielzeit der Partie, als der Club mit 0:3 gegen den VfL Bochum zurück lag, wurde die Mannschaft tatkräftig bis weit nach Abpfiff des Spiels angefeuert und schoss selbst noch zwei Treffer, die Niederlage konnte jedoch nicht mehr abgewehrt werden.

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Zahlreiche Clubfans verließen das Stadion zwischenzeitlich. Foto: Sportfotos-MD

Drei Neue

Im Vergleich zum 2:1 Heimerfolg vor einer Woche gegen die SpVgg Greuther Fürth stellte FCM-Cheftrainer Michael Oenning seine erste Elf auf drei Positionen um. Alexander Brunst hatte seine Knieverletzung auskuriert und kehrte für Mario Seidel zurück zwischen die Pfosten. Die Abwehrkette setzte sich aus Tobias Müller, Dennis Erdmann und Jan Kirchhoff zusammen, letzterer hatte sich nach muskulären Problemen rechtzeitig fit gemeldet. Unterstützung erhielt die Abwehr von Aleksandar Ignjovski, welcher vor der Kette agierte. Ins Mittelfeld musste Oenning die gelbgesperrten Timo Perthel und Rico Preißinger ersetzen, so besetzten Charles-Elie Laprevotte, Nico Hammann, Marius Bülter sowie Tarek Chahed die Mittelfeldreihen. Für FCM-Eigengewächs Tarek Chahed war es das Startelf-Debüt in der 2. Bundesliga. In vorderster Reihe stürmten Felix Lohkemper sowie Mannschaftskapitän Christian Beck für die Gäste aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. VfL-Cheftrainer Robin Dutt stellte seine Anfangsformation auf vier Positionen um. So starteten die Gastgeber mit Ganvoula, Eisfeld, Fabian und Bandowski von Beginn an.

 

Ausgeglichener Auftakt

In den schwarzen Ausweichtrikots auflaufend eröffnete der Anstoß von Christian Beck die Partie um kurz nach 13:00 Uhr. Nach zwei Minuten bekamen die Gastgeber aufgrund eines Handspiels den ersten Freistoß zugesprochen, Losilla hatte die Kugel per Kopf auf den Kasten gelenkt, doch war es eine leichte Beute für Brunst. Auf der Gegenseite wurde es in der 6. Minute mit dem ersten Eckball der Partie gefährlich, welchen Kirchhoff knapp am Tor vorbei setzte. Auch die nächste gute Gelegenheit wurde in der 9. Minute üpber die Außenbahn eingeleitet.
Eine Hammann-Ecke fand den Kopf von Kirchhoff, dessen Kopfball wurde kurz vor der Linie geklärt und leitete einen Gegenangriff ein. Ganvoula hatte Brunst mit einem wuchtigen Volley geprüft. Der Keeper streckte sich und klärte zum ersten Bochumer Eckball, welchen Beck klären konnte. Ganvoula stieg auch bei der nächsten Ecke in der 15. Minute am höchsten, platzierte den Kopfball aber links am Tor vorbei. Drei Minuten später wurde VfL-Kapitän Losilla mit Gelb verwarnt, doch nutzte zunächst Lohkemper den Vorteil und bediente Bülter in der Box. Dieser scheiterte an der vielbeinigen Bochumer Defensive. Bereits den vierten Eckball bekam Blau-Weiß in der 25. Minute zugesprochen, konnte gegen die hochgewachsenen Bochumer aber keinen Profit draus schlagen.

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Chahed (li.) spielte heute von Beginn an für den 1. FC Magdeburg. Foto: Sportfotos-MD

Riemann rettet, Ganvoula erzielt Heim-Führung

Eisfeld probierte in Minute 27 mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, wieder vorbei. Die nächste dicke Möglichkeit erspielte sich das Oenning-Team in der 31. Minute: Bülter gab schnittig in den Sechszehner ein, wo Beck anrauschte aber zu unplatziert direkt abschloss. Zum Ende der ersten Halbzeit setzte starker Regen ein, der Ball wurde schneller. In der 38 Minute hatte Beck aus spitzem Winkel per Volley auf den Kasten gezogen, weitere Eckbälle folgten. Kurz darauf bewahrte Riemann seine Mannschaft mit einer Glanzparade im Spiel nachdem Marius Bülter zu einem Schlenzer ins lange Eck ansetzte.
Mehr Glück hatten die Gastgeber und kamen direkt mit dem ersten Hochkaräter zum Torerfolg. Ein weiter Ball fiel zunächst Hinterseer, dann Ganvoula vor die Füße, welcher den Ball aus zehn Metern zum glücklichen 1:0 an Brunst vorbeischob. Nach Ablauf von zwei Minuten Nachspielzeit war es das für Durchgang eins und Schiedsrichter Timo Gerach pfiff zur Halbzeitpause.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs mussten die Gastgeber eine erste verletzungsbedingte Auswechslung vornehmen. Hoogland ersetzte Fabian, gute Besserung an dieser Stelle. Der zweite Spielabschnitt begann mit einem Paukenschlag für den Club. Einen Freistoß nahe der Eckfahne fand den Kopf von Baumgartner, welcher aus kurzer Distanz zum 2:0 einköpfen konnte. Der VfL erhöhte in der 52. Minute sogar auf 3:0, doch war es ein strittiger Treffer. An der Bochumer Grundlinie wurde Kirchhoff mit den Händen zu Fall gebracht, Gerach ließ Weiterspielen.

Auf der Gegenseite wurde der eingewechselte Weilandt steil geschickt, welcher den Ball per Lupfer in Netz bugsierte. Oenning reagierte und brachte mit Lewerenz und Kwadwo zwei frische Offensivkräfte. Blau-Weiß antwortete mit Wut im Bauch und kam zwei Minuten später zum verdienten Anschlusstreffer. Der eingewechselte Kwadwo legte im Strafraum auf Bülter zurück, welcher sich eine Ecke ausguckte und ins Tor traf. Kurz darauf kehrte auch endlich Stimmung ins Ruhrstadion ein als der Großteil zuvor verhinderten Clubfans den Gästeblock enterten. Zwar investierten die Gäste in der Phase nach dem Anschlusstreffer mehr fürs Spiel, doch kamen die Hausherren in der 83. Minute zum 4:1 durch Weilandt, welcher den Ball mit Hilfe der Unterkante der Latte einschlagen ließ. Die Elbestädter kämpften weiter und kamen in der 87. Minute nach Hammann-Ecke und Beck-Kopfball zum zweiten Treffer des Nachmittags. Dabei blieb es, auch vier Minuten Nachspielzeit verstrichen ohne weitere Tore.

„In der ersten Halbzeit haben wir es wieder verpasst zu treffen und gehen in den Rückstand. Nach der Halbzeit kommen wir raus und machen wieder Druck, doch Bochum hat es souverän gemacht. Wir haben nicht enttäuscht, aber zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, so Cheftrainer Michael Oenning.

Der Gang in die Kurve fiel der Mannschaft heute besonders schwer. Doch statt Unmut folgten viele Aufmunterungen und es herrschte eine hohe Lautstärke – die FCM-Fans reichten die Hände und zeigten ihren Willen. „Die Fans haben zum Ausdruck gebracht, dass man immer daran glauben muss. So ist Sport, manchmal fällt man hin und muss wieder aufstehen und immer an seine Chance glauben“, sagte Jan Kirchhoff nach dem Spiel.

Noch zwei Partien verbleiben dem 1. FC Magdeburg in der ablaufenden Zweitliga-Spielzeit, um Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren. Kommenden Sonntag reist die Oenning-Elf zum 1. FC Union Berlin in die Alte Försterei (12.05.2019, 15:30 Uhr), ehe man am 19.05.2019 um 15:30 Uhr gegen den 1. FC Köln in der MDCC-Arena Magdeburg die Spielzeit abschließt.

Tore: 1:0 Silvère Ganvoula (42.), 2:0 Dominik Baumgartner (50.), 3:0 Tom Weilandt (62.), 3:1 Marius Bülter (64.), 4:1 Tom Weilandt (83.), 4:2 Christian Beck (87.)

VfL Bochum:Manuel Riemann – Jannik Bandowski, Armel Bella-Kotchap, Patrick Fabian (46. Tim Hoogland), Dominik Baumgartner, Anthony Losilla, Thomas Eisfeld, Silvère Ganvoula, Chung Yong Lee, Miloš Pantović (59. Tom Weilandt), Lukas Hinterseer (77. Görkem Saglam)

1. FC Magdeburg:Alexander Brunst – Dennis Erdmann, Tobias Müller, Nico Hammann, Tarek Chahed, Aleksandar Ignjovski (62. Manfred Osei Kwadwo), Jan Kirchhoff, Charles-Elie Laprevotte (70. Richard Weil), Marius Bülter, Felix Lohkemper (62. Steven Lewerenz), Christian Beck

Zuschauer:17.339 (Vonovia-Ruhrstadion, Bochum)

Pressekonferenz: 

Fotos: Sportfotos Magdeburg

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