09.04.2019

Später Auswärtssieg beim Hamburger SV

Türpitz belohnt Blau-Weiß in der Nachspielzeit
Im Montagsspiel des 28. Spieltags der 2. Bundesliga 2018/2019 gewinnt der 1. FC Magdeburg beim Hamburger SV nach 0:1-Pausenrückstand in der Nachspielzeit mit 2:1. Nachdem Bakery Jatta die Gastgeber vor 49.823 Zuschauern im Volksparkstadion in der 31. Minute aus dem Nichts in Führung bringt, gleicht Marius Bülter in der 60. Minute aus. Als es schon scheint, als würde es beim Remis bleiben, schießt Philip Türpitz Blau-Weiß mit einem strammen Schuss in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Auswärtssieg.
 
Brunst vertritt Loria zwischen den Pfosten
Zu Gast beim Hamburger SV setzte Cheftrainer Michael Oenning mit Ausnahme einer verletzungsbedingten Veränderung auf dieselbe Startelf wie im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim. Alexander Brunst ersetzte Giorgi Loria, der aufgrund von Adduktorenproblemen aussetzen musste, zwischen den Pfosten. Davor bildeten Björn Rother, Tobias Müller, Dennis Erdmann und Timo Perthel die Viererabwehrkette.

In der Mittelfeldzentrale agierten erneut Vertretungs-Kapitän Jan Kirchhoff, Charles-Elie Laprevotte und Rico Preißinger. Die Position hinter den beiden Sturmspitzen Felix Lohkemper und Marius Bülter nahm erneut Philip Türpitz ein. HSV-Trainer Hannes Wolf schickte derweil dieselben elf Akteure auf den Platz, die sich unter der Woche mit dem 2:0-Erfolg beim SC Paderborn für das Halbfinale im DFB-Pokal qualifizierten.

Zum Start der Partie im Hamburger Volksparkstadion gingen zunächst alle Blicke Richtung Gästeblock, wo die Magdeburger Fans eine Choreografie in den Stadtfarben Grün und Rot darboten. Blau-Weiß eröffnete das Montagabendspiel nach Bastian Dankerts Anpfiff in ungewöhnlicher Farbkombination mit blauen Trikots und weißen Stutzen. Dabei versteckte sich der FCM zu Gast beim Bundesliga-Absteiger nicht, sondern suchte sofort den Weg in die Offensive. Jedoch fanden die ersten Hereingaben von der linken Seite in den Anfangsminuten noch keinen Abnehmer. In der 5. Minute gehörte den Gästen aus Sachsen-Anhalt auch der erste Torabschluss der Partie, allerdings setzte Felix Lohkemper seinen Flachschuss aus 20 Metern links am Tor vorbei. 
 
Blau-Weiß dominiert Anfangsphase
Auch beim Ballbesitz des HSV ließen sich die Gäste nicht fallen, sondern attackierten früh, eroberten sich so viele Bälle und kamen so zu Ballbesitzvorteilen in der Anfangsphase. So schaffte es der FCM in den ersten Minuten, die Hausherren weit vom eigenen Strafraum fernzuhalten. Erst in der 14. Minute musste FCM-Keeper Alexander Brunst das erste Mal zur Tat schreiten und parierte gegen Lewis Holtby halblinks im Strafraum stark im Nachpacken. Auch in der 16. Minute war Brunst zur Stelle und eroberte Douglas Santos‘ Steilpass rechtzeitig vor Bakery Jatta.

Nach dieser kleinen Drangphase des HSV eroberte Timo Perthel in der 18. Minute den zweiten Eckball der Partie, bei dem Dennis Erdmann zwar mit dem Kopf an die Kugel kam, diese aber in Bedrängnis zu hoch platzierte. Vier Minuten später glaubten sich die zahlreichen Gästefans schon in Führung, doch zählte der Treffer von Felix Lohkemper nicht. Beim Steilpass von Rico Preißinger soll sich Lohkemper nach Auffassung von Bastian Dankert und seinem Assistenten im Abseits befunden haben.

Doch monierten die Magdeburger gar nicht lange, über den zu Unrecht verwehrten Treffer, sondern setzten direkt in der Offensive nach. Nach einer schönen Kombination über viele Stationen servierte Türpitz das Leder für Rico Preißinger. Bei dessen Schuss musste sich HSV-Keeper Julian Pollersbeck gehörig strecken, parierte aber sicher. Nach einer halben Stunde dann plötzlich die Führung aus dem Nichts für den Hamburger SV. Einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld konnte die blau-weiße Defensive nicht konsequent klären.

So kam die Kugel zu Bakery Jatta, der im Nachsetzen entgegen des bisherigen Spielverlaufs zum 1:0 einschoss. Doch suchte der FCM danach unmittelbar wieder den Weg nach vorne, sodass das Eckenverhältnis nach 36 mit 6:0 zugunsten der Gäste eine klare Sprache sprach. Aus diesen Ecken heraus ergaben sich auch zwei gefährliche Gelegenheiten für Blau-Weiß.

Erst konnte Gotoku Sakai einen Kopfball von Marius Bülter gerade noch vor der Linie klären, dann parierte Pollersbeck einen Kopfball von Björn Rother. Nachdem Tobias Müller in der 45. Minute gegen den pfeilschnellen Bakery Jatta im Eins-gegen-Eins gerade noch klärte, ging es mit dem Stand von 1:0 auch in die Pause. Jedoch zeigten die Minuten vor der Pause deutlich, dass sich der Aufsteiger trotz des unglücklichen Rückstands noch nicht aufgegeben hatte.

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Die FCM-Fans im Hamburger Volksparkstadion präsentierten eine eindrucksvolle zweiteilige Choreografie. (Foto: Sportfotos-MD)
 
Brunst pariert stark, Bülter gleicht aus
Zum Start des zweiten Durchgangs war es einmal mehr der Gästeblock, der mit einer tollen Choreografie, diesmal in den Vereinsfarben Blau und Weiß, alle Blicke auf sich zog. Auch zum Beginn der zweiten Hälfte war es zunächst der FCM, der den Weg in die Offensive suchte. In der 52. Minute wurde es dann aber vor dem Magdeburger Tor zweimal heikel.

Erst diskutierten Schiedsrichter Dankert und sein Assistent nach einer Grätsche von Tobias Müller über einen Strafstoß, bei der anschließenden Ecke konnte Alexander Brunst den Ball soeben noch mit einem Weltklasse-Reflex auf der Linie klären. In der Folge sicherten sich die Hamburger zwar zunehmend mehr Spielanteile, doch weitere große Chancen ließ der Abwehrverbund um Tobias Müller und Dennis Erdmann in der Folge nicht zu. Stattdessen kamen die Blau-Weißen nach einer gespielten Stunde zum Ausgleich, der sich in dieser Phase nicht angedeutet hatte.

Mit einem schönen Steilpass aus dem Mittelkreis schickte Rico Preißinger den gestarteten Marius Bülter aus die Reise. Dieser ließ Rick van Drongelen im Laufduell hinter sich und vollstreckte eiskalt flach in die linke Ecke zum 1:1. Dass es auch zwei Minuten später noch unentschieden stand, war erneut Alexander Brunst zu verdanken, der sich gegen Lasogga groß machte und den Schuss aus spitzem Winkel somit abwehrte. Nach dem Ausgleichstreffer wurde es sowohl auf den Rängen als auch dem Platz noch intensiver und leidenschaftlicher. Nach Ballverlusten in der Offensive zogen sich die Gäste stets schleunigst zurück.

So konnte Timo Perthel die Kugel in der 73. Minute soeben noch vorm einschussbereiten Holtby davonspitzeln. In der 76. Minute kam der inzwischen eingewechselte Christian Beck nach einer Kopfballverlängerung von Marius Bülter nur zwei Schritte zu spät. Nur wenige Sekunden später fasste sich Philip Türpitz nach eigenem Ballgewinn kurz hinter der Mittellinie ein Herz, zog aus 25 Metern ab und platzierte das Leder nur knapp neben dem linken Pfosten.
 
Siegtreffer in der Nachspielzeit
Nachdem Jan Kirchhoff in der 80. Minute die Gelbe Karte sah, die aber ebenso wie die Karten gegen Bülter (23.), Preißinger (50.) und Türpitz (90.+5) nicht böser Natur war, verließ der Vertretungskapitän drei Minuten später das Feld und übergab die Binde an Christian Beck. Da beide Teams in der Folge drängten, ohne sich jedoch klare Chancen zu erspielen, ging es mit dem Spielstand von 1:1 hinein in die finale Phase der Partie. In dieser verteidigten die Blau-Weißen gegen einen HSV, der nochmal in den Angriff drang, aufopferungsvoll.

Für den engagierten und leidenschaftlichen Auftritt der Magdeburger sollte in der vierten Minute der Nachspielzeit die Belohnung folgen. Nach einem von van Drongelen zu kurz abgewehrten Freistoß sprang die Kugel zu Philip Türpitz, der direkt draufhielt und das Leder aus 15 Metern knallhart im Hamburger Netz platzierte, bevor er in die vor Freude explodierende Magdeburger Gästekurve abdrehte. Nur wenige Sekunden später beendete Schiedsrichter Bastian Dankert unter dem tosenden Applaus der blau-weißen Anhängerschaft die Partie und machte damit den 2:1-Erfolg des FCM beim Hamburger SV perfekt.

„Kompliment an meine Mannschaft. Ich glaube, dass wir heute unseren zahlreichen Fans, die mitgefahren sind, einen wunderbaren Abend beschert haben und uns natürlich auch. Es war aus meiner Sicht eine sehr leidenschaftliche und hochintensive Leistung, die dazu geführt hat, dass wir am Ende in der Lage waren, das Spiel offen zu halten. Am Ende haben wir uns diesen Sieg erarbeitet. Dass wir dann am Ende noch gewinnen, war sicherlich glücklich, aber da wir in dieser Saison schon so einiges hinter uns haben, waren wir mal an der Reihe, dass wir dann auch belohnt werden.“, freute sich Cheftrainer Michael Oenning über den Auswärtssieg im Volksparkstadion. 
 
Tore: 1:0 Bakery Jatta (31.), 1:1 Marius Bülter (60.), 1:2 Philip Türpitz (90.+4)
 
Hamburger SV: Julian Pollersbeck – Rick van Drongelen, David Bates, Douglas Santos, Lewis Holtby (83. Mats Köhlert), Kyriakos Papadopoulos, Pierre-Michel Lasogga, Bakery Jatta (67. Berkay Özcan), Gotoku Sakai (76. Khaled Narey), Orel Mangala, Gideon Jung
 
1. FC Magdeburg: Alexander Brunst – Jan Kirchhoff (83. Steffen Schäfer), Tobias Müller, Björn Rother (66. Aleksandar Ignjovski), Felix Lohkemper (64. Christian Beck), Philip Türpitz, Dennis Erdmann, Rico Preißinger, Charles-Elie Laprevotte, Marius Bülter, Timo Perthel
 
Zuschauer: 49. 823 (Volksparkstadion Hamburg)

Pressekonferenz nach dem Spiel: 

 

Fotos: Sportfotos Magdeburg

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