Später Treffer sichert Punkt im Derby

Bülter belohnt den Club mit seinem ersten Saisontreffer
Am 9. Spieltag der 2. Bundesliga 2018/2019 trennen sich der 1. FC Magdeburg und die SG Dynamo Dresden im Ostderby mit 2:2 (0:2) unentschieden. Nachdem Moussa Koné (7.) und Aias Aosman (23.) die Gäste aus der sächsischen Landeshauptstadt zur Pause in Führung brachten, zeigt Blau-Weiß in Hälfte zwei ein anderes Gesicht kam zum verdienten Ausgleich. Ein Eigentor von Niklas Kreuzer (60.) und der erste Saisontreffer von Marius Bülter (90.+1) führt das späte 2:2 Unentschieden herbei.
 
Eine Änderung
Im Vergleich zum ersten Sieg des 1. FC Magdeburg vergangene Woche beim SV Sandhausen nahm Cheftrainer Jens Härtel lediglich eine Änderung in seiner Startelf vor. Der angeschlagene Verteidiger Romain Brégerie (Wadenprobleme) gab Christopher Handke die Möglichkeit, sein drittes Zweitligaspiel von Beginn an zu absolvieren. Ansonsten blieb die Aufstellung unverändert: Brunst im Tor. Schäfer und Erdmann zusammen mit Handke in der Dreierkette. Mannschaftskapitän Butzen, Ignjovski, Rother und Hammann im Mittelfeld. Costly, Türpitz und Beck zog es erneut in den Angriff.

Doppelschlag schockt Blau-Weiß
Pünktlich um 13:00 Uhr pfiff Schiedsrichter Manuel Gräfe aus Berlin das stimmungsvolle Ostderby in der ausverkauften MDCC-Arena Magdeburg an. Die in Gelb spielenden Gäste hatten kaum den Anstoß ausgeführt, da lief die Magdeburger Offensive die Dresdner Defensive stürmisch an. Es waren 10 Sekunden verstrichen, dass Christian Beck einen Befreiungsschlag von Dario Dumic mit dem Gesicht abfing und die medizinische Abteilung von Blau-Weiß erstmals den Rasen betreten musste, Beck konnte weitermachen.

In der vierten Minute musste Alexander Brunst beim ersten Abschluss der Partie zupacken, tat dies bei Aosmans Schuss aus der Distanz aber problemlos. In der sechsten Minute kam Blau-Weiß erstmals in den gegnerischen Strafraum. Beck verlängerte einen Abschlag von Brunst in den Lauf von Türpitz, daraus resultierte die erste Magdeburger Ecke, die allerdings abwehrt werden konnte. Nur eine Minute später gingen die Gäste aus dem Nichts durch Moussa Koné in Führung. Nach einem Einwurf auf der linken Seite setzte sich Koné gegen zwei Abwehrspieler durch und vollendete aus spitzem Winkel.

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Aleksandar Ignjovski (r.), hier gegen Rico Benatelli, absolvierte eine starke Partie. (Foto: Sportfotos-MD)

Doch die Gastgeber steckten nicht auf, suchten sofort den Weg nach vorn. In der elften Minute kam Nico Hammann nach einer Kombination mit Costly aus dem Rückraum zum Abschluss, allerdings links am Kasten vorbei.  In der 16. Minute wurde es erneut gefährlich für den Gästekeeper, als Philip Türpitz einen weiten Ball von der Strafraumkante per Volley nahm. Bei diesem packte Markus Schubert aber zu. Die Gastgeber blieben weiter die spielbestimmende Mannschaft, während die Gäste sich auf die Defensivarbeit konzentrierten. Dennoch erhöhten die Gäste in der 22. Minute mit ihrem zweiten Torschuss der Partie. Nach Doppelpass mit Koné zog Aias Aosman von der Strafraumkante präzise in die lange Ecke zum 2:0 ab.

Hausherren bäumen sich auf
Wieder bäumten sich die Gastgeber auf. Ein Distanzschuss von Hammann aus 25 Metern, der zur Ecke abgelockt wurde, war in der 25. Minute der nächste Abschluss der Blau-Weißen. In der 28. Minute versuchte es dann Costly aus 18 Metern mit dem linken Fuß, aber drüber. Nur zwei Minuten später kam ein zunächst abgewehrter Einwurf zu Hammann vor dem Sechszehner, der die Kugel volles Risiko volley nahm. Markus Schubert musste sich gehörig strecken und konnte erst im Nachfassen sichern. Eine ähnliche Szene bot sich wenig später, als Türpitz einen zweiten Ball volley nochmal in den Strafraum brachte, dort verfehlte Björn Rother aber knapp.

Der Club bestimmte das Spiel zwar nach dem zweiten Dresdner Treffer weiter, doch bauten die Gäste anschließend eine Fünferkette auf, die dem Magdeburger Angriff nur wenig Platz bot. Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff die nächste gute Chance für Blau-Weiß. Butzen bediente Costly auf der rechten Seite, dessen Hereingabe konnte Schubert soeben noch über die Latte lenken. Wenig später köpfte Christian Beck einen weiten Schlag von Erdmann aus der Rücklage aufs Tor, allerdings ohne Schubert ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. So ging es nach der ersten Hälfte, in der die Spielanteile und Chancenplus klar auf Seiten der Gastgeber lagen, das Torglück allerdings effektiven Dresdnern zustand, mit 0:2 in die Pause. 

Engagierter Start in Hälfte zwei
Zum Start des zweiten Durchgangs wechselte Cheftrainer Härtel offensiv. Marius Bülter kam für Christopher Handke ins Spiel und ordnete sich auf der linken Außenbahn ein, dafür rutschte Türpitz auf die Zehnerposition. Die beiden kombinierten sich in der 46. Minute zur bis dato besten Chance der Blau-Weißen. Nach Kopfballablage von Beck bediente Türpitz den frisch eingewechselten Bülter über die Köpfe der Abwehr hinweg. Dessen Schuss konnte Schubert aber in höchster Bedrängnis im Nachsetzen sichern.

Sekunden später spielte Hammann einen kurzen Standard aus dem Halbfeld flach auf Nebenmann Türpitz, der aus 25 Metern draufhielt und Schubert zur nächsten Flugeinlage zwang. In der 52. Minute war es erneut der eingewechselte Bülter, der für Gefahr sorgte. Nachdem er Dario Dumic auswackelte zog der Angreifer von der linken Strafraumkante ab, wieder benötigte Schubert jeden Zentimeter seines Körpers, um zu klären. Die Gäste aus der sächsischen Landeshauptstadt schalteten zu Beginn des zweiten Durchgangs komplett in den Verwaltungsmodus zurück, die Hausherren drückten und hatten eine gefährliche Strafraumszene nach der anderen. Mit zwei aufgebauten Abwehrreihen zogen sich die Gäste derweil weit in die eigene Hälfte zurück.

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Hatte das letzte Wort in einem hochemotionalen Derby: Marius Bülter freut sich über seinen Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit. (Foto: Sportfotos-MD)
 
Blau-Weiß verkürzt
Nach einer gespielten Stunde belohnte sich Blau-Weiß dann endlich. Nachdem Türpitz links nur mit einem Foul gestoppt werden konnte, brachte Hammann den Freistoß in die Mitte. Aus dem Getümmel heraus war es der Dresdner Niklas Kreuzer, dem die Kugel auf die Füße viel und zum 1:2 Anschlusstreffer ins Tor sprang. Sechs Minuten später verpasste Moussa Koné nach Hereingabe von links am zweiten Pfosten per Kopf den dritten Treffer der Gäste, köpfte auf die Latte.

Wenn sich die Gäste aus der Magdeburger Umklammerung lösen konnten, dann zumeist nur mit dem weiten Ball. Spielerisch konnten sie der Abwehr der Domstädter nicht mehr gefährlich werden. In der Offensive der Hausherren lief derweil vieles über Türpitz, der seine Rolle auf der Zehn sehr spielstark interpretierte, viele Bälle forderte und den Ball verteilte. Das Magdeburger Powerplay nahm schlichtweg kein Ende mehr. In der 70. Minute testete Christian Beck Schubert erneut mit einem Flugkopfball. Fans und Mannschaften spürten, dass noch etwas geht, das war deutlich zu spüren. Für die Schlussphase nahm Cheftrainer Jens Härtel seine letzten beiden verbliebenen Wechsel vor. Felix Lohkemper und Richard Weil kamen für Aleksandar Ignjovski und Kapitän Nils Butzen ins Spiel.

Koné verschießt, Bülter sichert Punkt
In der 79. Minute läutete Blau-Weiß seine Schlussoffensive ein. Nach Flanke vom auf der linken Seite sehr auffälligen Marius Bülter, schraubte sich Costly in der Mitte hoch, köpfte aber knapp drüber. Die Hausherren drängten weiter auf den verdienten Ausgleich, doch packte Schubert auch bei Bülters Distanzschuss in der 88. Minute sicher zu. Kurz darauf hielt Brunst Blau-Weiß mit einem gehaltenen Schuss aus 15 Metern im Spiel und nachdem Moussa Koné in der Schlussminute der regulären Spielzeit vom Elfmeterpunkt die endgültige Entscheidung verpasste, rechts am Tor vorbeischoss, sollte die Belohnung folgen.

Marius Bülter trieb den Ball auf der linken Seite, zog in die Mitte und schoss auf die lange Ecke. Im Strafraum öffnete Erdmann clever die Beine, sodass die Kugel durch diese hindurch genau am rechten Pfosten zum verdienten Ausgleich einschlug. Nachdem die Hausherren in der vierten Minute der Nachspielzeit sogar noch einen Eckball hatten, der aber über die Köpfe von Freund und Feind hinwegflog, pfiff Manuel Gräfe das Ostderby beim Stand von 2:2 ab.

„Wir wussten, dass es schwer wird, wenn man zurückliegt. Ich fand, dass wir es trotzdem gar nicht so schlecht gemacht haben. Wir mussten immer die Balance halten, weil Dynamo natürlich weiter auf die Konterchancen gelauert hat. Wir haben dann umgestellt in der zweiten Halbzeit, haben Philip Türpitz mit in die Mitte genommen, den wir dann immer wieder gut zwischen den Linien gefunden haben. Wir haben viele Situationen gehabt, viele Flanken, viele Halbsituationen, viele Abschlüsse, unglaublich viel Druck gemacht. Dann haben wir uns mit dem Standard belohnt es wurde hinten raus ein wildes Spiel mit dem besseren Ende für uns. Dann war das Momentum nach dem verschossenen Elfmeter natürlich auf unserer Seite. Unterm Strich glücklich, aber trotzdem auch nicht unverdient, weil wir unglaublich viel investiert haben. Die Zuschauer haben ein tolles Derby gesehen“, fasste Cheftrainer Jens Härtel die emotionale Partie zusammen.
 
In zwei Wochen reist der 1. FC Magdeburg anlässlich des 10. Spieltags in der 2. Bundesliga zum 1. FC Heidenheim nach Baden-Württemberg. Vorher nutzt das Härtel-Team die Länderspielpause und testet gegen Bundesligist VfL Wolfsburg sowie Landesligist MSV Börde.
 
Zuschauer: 23.024 (MDCC-Arena Magdeburg)
 
Tore: 0:1 Moussa Koné (7.), 0:2 Aias Aosman (23.), 1:2 Niklas Kreuzer (60./ET), 2:2 Marius Bülter (90.+1)
 
1. FC Magdeburg: Alexander Brunst – Steffen Schäfer, Björn Rother, Christopher Handke (46. Marius Bülter), Dennis Erdmann, Nils Butzen (74. Richard Weil), Aleksandar Ignjovski (73. Felix Lohkemper), Nico Hammann, Philip Türpitz, Marcel Costly, Christian Beck
 
SG Dynamo Dresden: Markus Schubert – Linus Wahlqvist, Dario Dumic, Aias Aosman (73. Patrick Möschl), Marco Hartmann, Niklas Kreuzer (86. Sören Gonther), Rico Benatelli, Haris Duljevic (57. Erich Berko), Moussa Koné, Patrick Ebert, Brian Hamalainen
 

Fotos: Sportfotos-MD

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