22.02.2019

„Wenn man gerade nicht mehr kann, bündeln die Fans neue Kräfte“

„Blau-Weiß interviewt“ mit Felix Lohkemper
Anderthalb Jahre ist es her, dass Felix Lohkemper vom FSV Mainz 05 ll nach Magdeburg an die Elbe wechselte. Spätestens seit dem Aufstieg in Liga 2 ist der 24-jährige Angreifer fester Bestandteil der Offensive von Cheftrainer Michael Oenning. Im Interview erzählt der Cousin eines weiteren Zweitligaprofis über vergangene Zeiten mit seinen beiden Brüdern, die sportlichen Veränderungen beim Club und seine Gefühlslage bei Heimspielen.

Wer ist der beste Stürmer aller Zeiten?
Das ist der „originale“ Ronaldo, so würde ich es mal sagen. Das war einfach der kompletteste Stürmer, den ich noch in meiner Erinnerung habe. Wenn es nach meiner persönlichen Einschätzung geht, ist aber Fernando Torres mein Vorbild. Zu seiner Zeit in Liverpool war er einfach überragend.

Wann hast du das Fußballspielen für dich entdeckt?
Seit ich Denken kann. Meine zwei Brüder sind Fußballer und spielen noch, mein Vater war auch Fußballer. Ich glaube, seitdem ich auf den Beinen stehen konnte, war ich direkt auf dem Fußballplatz. So hat sich das direkt ergeben.
 
„Ich bin ein großer Fan des SV Kickers Büchig.“

In deiner Jugendzeit hast du für den SV Kickers Büchig bei Karlsruhe gekickt, was war das für eine Zeit.
Das war eine sehr schöne Zeit. Ich habe noch immer viele Freunde und meine Familie dort. Meine Brüder und mein Vater sind in diesem Verein noch tätig. Dahin habe ich noch eine ganz enge Bindung und blicke auf eine schöne Zeit zurück.

Dein großer Bruder Justus spielt noch immer in Büchig, wie ist euer Verhältnis heute und wie oft guckst du ihm noch beim Kicken zu?
Nicht nur mein Bruder Justus spielt in Büchig, sondern auch noch mein älterer Bruder, welcher sogar Spielertrainer in der zweiten Mannschaft ist. Wir haben ein überragendes Verhältnis, beide kommen mich oft besuchen, wenn sie können. Wenn ich in der Heimat bin, schaue ich auch so oft es geht bei ihnen zu, bin also auch ein großer Fan des SV Kickers Büchig. 

Lasse Sobiech, Verteidiger beim 1. FC Köln, ist dein Cousin. Wie ist euer Verhältnis?
Auch wir haben ein gutes Verhältnis, er gehört absolut zur Familie. Wir schreiben sehr viel miteinander, sehen tun wir uns leider nicht so oft, weil wir beide viel unterwegs sind. So ist es halt im Fußballgeschäft. Aber gerade was Weihnachten oder Ostern angeht, da treffen wir uns oft bei den Großeltern. Im Hinspiel gegen den 1. FC Köln war er leider verletzt, da konnte er nicht mitspielen. Aber im Rückspiel freue ich mich schon auf ein heißes Duell.

Deine Lieblingsposition: offensive Außenbahn oder zentraler Mittelstürmer?
Das kann ich ganz klar beantworten. Ich spiele sehr gerne vorne drin im Mittelsturm. Manchmal ist es aber auch so, dass wir ein anderes System spielen und ich über die Außen kommen muss, aber generell fühle ich mich im Zentrum schon wohler.

Du bist seit anderthalb Jahren Teil des 1. FC Magdeburg, wie schätzt du deine Entwicklung beim FCM ein?
Grundsätzlich bin ich zufrieden. Ich glaube, ich wurde durch die ein oder andere Verletzung auch etwas gestoppt, gerade in meiner ersten Saison, da hatte ich etwas Pech. Im Laufe der Zeit habe ich schon auch an meiner Entwicklung gearbeitet und mich verbessert. Aber generell sehe ich da auch noch Potential nach oben. So gehe ich auch jede Trainingseinheit an, um mich weiter zu verbessern.

Was sind deine Stärken auf dem Platz? Woran willst du noch arbeiten?
Ich glaube, auf dem Platz helfe ich dem Team mit meiner Schnelligkeit und meinen tiefen Laufwegen, da es auch wichtig ist, die Länge des Spielfeldes auszunutzen. Im technischen Bereich kann ich noch mehr dazulernen, gerade was Ballannahme angeht. Manchmal bin ich dabei noch etwas zu hektisch.

Wie entspannst du an einem freien Tag am besten?
Ich bin einfach froh, wenn wir mal einen freien Tag haben und ich einfach mal auf dem Sofa liegen kann. Vielleicht schaue ich dann mal eine Serie auf Netflix oder natürlich auch Fußball, wenn gerade etwas läuft. Natürlich mache ich auch viel für die Regeneration neben dem Platz, sodass ich für die nächsten Trainingstage wieder topfit bin.

Was reizt dich am Basketball und der NBA? Hast du einen Lieblingsverein?
Ja, ich schaue sehr gerne den Boston Celtics zu. Vor zwei oder drei Jahren gab es dort mal einen Spieler namens Isaiah Thomas, welcher mich einfach überzeugt hat. Seitdem bin ich Boston Celtics Fan. Ich schaue einfach gerne Basketballspiele. Neben dem Tennis ist es meine zweite Lieblingssportart nach dem Fußball. Es ist einfach ein geiler Sport und macht Spaß.

„Nach fußballerischen Lösungen suchen.“

Was hat sich seit dem Trainerwechsel im November in unserem Spiel geändert?
Ich glaube generell, dass wir einen einfachen Fußball spielen, dass wir als Mannschaft den Ball gut laufen lassen können. Es ist auch vom Trainer so vorgegeben, dass wir so gut es geht nach fußballerischen Lösungen suchen. Ich glaube, man hat in den letzten Spielen auch schon gesehen, dass es ganz gut funktioniert hat. Jetzt gilt es auch, weiterhin daran anzusetzen. Es gibt noch Luft nach oben.

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Dynamisch verarbeitet Felix Lohkemper einen Ball im Heimspiel gegen Holstein Kiel. (Foto: Sportfotos Magdeburg)

Worauf legt Cheftrainer Michael Oenning am meisten Wert im Training?
Auf Sauberkeit und auf Passspiel. Ich glaube, das sind auch zwei Komponenten, die wir als Mannschaft noch nicht perfekt können und Potential haben, uns zu verbessern. Das hilft uns auch ungemein, um die letzten Pässe im Spiel anzubringen und die Ruhe zu bewahren. So haben wir nochmal ganz andere Möglichkeiten für Chancen und deren Verwertung. Das sind Faktoren, denen wir im Training einen großen Wert beimessen.

Inwiefern haben die zurückliegende Vorbereitungsphase und das Trainingslager euch als Mannschaft zusammengeschweißt?
Ein Trainingslager hilft immer, dass eine Mannschaft zusammenrückt. Wir haben ja auch den einen oder anderen Neuzugang bekommen. In Spanien hatten wir überragende Bedingungen, es hat auch eine Menge Spaß gemacht. Dabei sind wir als Mannschaft bei jeder Einheit und jedem Team-Event nochmal richtig eng zusammengerückt. Auch die Neuzugänge konnten auf diese Weise gut integriert werden.

Wie ist dein Eindruck von den Neuzugängen?
Durchweg positiv. Ich kann wirklich von allen nur Positives berichten. Alle waren sofort offen, als sie zu uns gekommen sind. Auch was die Leistung im Training oder Spiel angeht. Merkt man schon, dass Qualität zu uns gekommen ist. Das freut einen auch als Mitspieler, weil man einfach weiß, dass man mit denen gut spielen kann. Es freut uns, dass tolle Neuzugänge sowohl auf dem Platz als auch neben dem Platz zu uns gekommen sind.

Du hast uns gegen Erzgebirge Aue zum ersten Heimsieg in Liga 2 geschossen, was war das für ein Gefühl?
Persönlich habe ich mich natürlich richtig gefreut, dass ich das Tor gemacht habe, aber wir haben uns alle als Mannschaft einfach riesig gefreut, den ersten Heimsieg hier zu holen. Das haben auch die Fans verdient, die lange darauf warten mussten. Es war ein überragendes Gefühl, das könnte man gern öfter haben.

Kürzlich hat die Stadt ein neues Geläuf verlegen lassen. Wie kam dieser Faktor unserer Spielidee entgegen?
Gerade weil wir jetzt den Ball gut laufen lassen und schnell tief spielen wollen, kommt uns ein guter Rasenplatz natürlich entgegen. Denn wenn der erste Kontakt aufgrund des Platzes verspringt, verzögert sich das ganze Spiel. Da hilft ein grüner Rasen schon enorm, dass das Spiel gut läuft.
 
„Man macht teilweise den letzten Schritt für die Fans.“

Mit unseren Fans im Rücken können wir in Heimspielen eine echte Wucht entwickeln. Wie bedeutsam war die Stimmung in den vergangenen Heimspielen?
Enorm bedeutsam. Unsere Fans geben immer richtig Gas. Das sieht man aber nicht nur bei Heimspielen, sondern auch bei Auswärtsspielen, auch die werden immer zahlreich besucht. Wenn man ins Stadion einläuft und schon so viele Fans sieht, pusht das nochmal enorm. Während der Spiele ist es dann meist so lauf, dass man manchmal nicht mal sein eigenes Wort versteht, aber das gibt uns einen richtigen Adrenalinkick. So macht es auch riesigen Spaß und man macht teilweise den letzten Schritt für die Fans. Oder wenn man gerade nicht mehr kann, bündeln die Fans neue Kräfte. Das ist echt überragend.

Abschließende Frage: Marcel Costly meint, du bist sein ärgster Konkurrent an der Konsole. Wer von euch hat das letzte FIFA-Duell für sich entschieden?
(lacht) Puh. Da muss ich mal kurz überlegen, wann wir das letzte Mal gespielt haben. Ich sage es nur ungern, aber ich glaube sogar, das letzte Spiel hat er gewonnen. Insgesamt habe ich natürlich noch die Nase vorne, aber es sind immer packende Duelle zwischen uns.

Das ganze Interview befindet sich auf dem offiziellen YouTube-Kanal des 1. FC Magdeburg:

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