01.04.2018

Sieg des Willens

FCM glückt Revanche gegen Unterhaching
Am 32. Spieltag der 3. Liga 2017/2018 siegt der 1. FC Magdeburg am Ostersonntag mit 1:0 (0:0) bei der SpVgg Unterhaching. Vor 5.000 Zuschauern im Alpenbauer Sportpark Unterhaching zeigte Schiedsrichter Christian Dingert Haching-Kapitän Welzmüller Mitte des zweiten Durchgang die rote Karte, Minuten später ist Philip Türpitz zur Stelle und markiert den goldenen Treffer des Nachmittags.

Ausfälle zwingen Härtel zu Änderungen
Im Vergleich zum kräftezehrenden Heimspiel vor vier Tagen gegen den FSV Zwickau nahm Cheftrainer Jens Härtel fünf personelle Änderungen in seiner Startelf vor. Wie gewohnt stand Jan Glinker zwischen den Pfosten, vor ihm verteidigten Hammann, Hainault und Schäfer in einer Dreierkette. Das Zentrum des Mittelfelds bestand zum ersten Mal in dieser Saison aus Erdmann und Elie Laprevotte, überhaupt war es der erste Startelfeinsatz für den Franzosen in dieser Drittliga-Spielzeit. Außen agierten Schwede und der mit der Kapitänsbinde auflaufende Nils Butzen. Im Angriff setzte Härtel auf Pick, Türpitz und Düker. Handke hatte Adduktorenprobleme, Weil meldete Oberschenkelprobleme, Ludwig Rückenprobleme, sodass die drei Spieler nicht einsatzfähig waren.

Spielvereinigung mit besseren Chancen – Magdeburg noch träge
Punkt 14:00 Uhr pfiff Bundesliga-Schiedsrichter Dingert die Partie im Hachinger Alpenbauer Sportpark an. Bei Nieselregeln liefen die Elbestädter im weißen Heimtrikot über den Platz, die Spielvereinigung in Rot und Blau.

Beide Teams tasteten sich in den ersten fünf Minuten ab und versuchten durch Ballbesitz möglichst schnell Sicherheit ins eigene Spiel zu bringen. Das gelang zunächst den Gästen aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts besser. Nach sechs Minuten die erste Chance durch einen Freistoß von Hammann aus 25 Metern, dieser rauschte knapp am Kasten von Königshofer vorbei. Doch auch die Platzherren hatten kurze Zeit später die erste gute Gelegenheit. In der 11. Minute durchbrach Bigalke die linke Seite und bediente Stephan Hain, seine Direktabnahme flog über den Kasten. An der Stimmung haperte es nicht, es waren mehr als 1.300 FCM-Fans zugegen, die für eine tolle Kulisse im tiefen Süden sorgten.

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Julius Düker musste verletzungsbedingt vom Feld. Foto: Sportfotos-MD

Nur fünf Minuten später präsentierten die Gastgeber, diesmal über Rechts ihren zweiten konkreten Angriff. Nach einer Kurzpasskombination legte Müller den Ball von der Grundlinie zurück auf Bigalke, sein Schuss verfehlte das Tor von Glinker knapp. Den ersten gut herausgespielten und viel versprechenden Angriff des Härtel-Teams gab es in der 28. Minute: Laprevotte trieb den Ball schnell durch die Mitte, über Schwede kam der Ball zu Pick, der Fahrt aufnahm, im Strafraum kam dieser zu Fall, Dingert entschied sich gegen einen Pfiff. Allerdings ertönte ein unberechtigter Pfiff auf der Gegenseite: nach einem Konter lief Porath mit dem Ball am Fuß alleine auf Glinker zu, in Windeseile verfolgte Schwede den Hachinger Angreifer und es gelang ihm den Ball fair aus dem Lauf zu spitzeln. Dingert sah dies anders und entschied auf Freistoß und Gelb für Schwede.  Die Magdeburger Bank tobte und es war Pfeffer in der Partie.

Abseitstreffer Rot-Blau – Glinker mit starken Reflexen
Nach 34 Minuten zappelte der Ball erstmalig im Tor, doch der einschiebende Bigalke stand nach Schuss von Kiomourtzoglou und Abpraller von Glinker knapp im Abseits. Sekunden danach drückte Türpitz erneut einen Schuss aus Reihe zwei ab, nur Ecke. Es war die spannendste Phase der ersten Halbzeit, ein weiterer Höhepunkt sollte folgen. In der letzten Minute der ersten Hälfte die beste Chance des Spiels und Glück für den FCM, dass ein hochkonzentrierter Glinker auf dem Posten war. Wieder über Rechts brach Müller durch, schlug einen Haken und legte auf für Hain, „Klinge“ parierte reaktionsstark. Es war Halbzeit in Unterhaching, beide Teams hatten Möglichkeiten auf einen Torerfolg, die klareren hatten allerdings die Bayern. Trotzdem wurden torlos die Seiten getauscht.

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Über 1.300 FCM-Fans traten die Reise nach Süd-München an. Foto: Sportfotos-MD

Welzmüller mit Notbremse, Türpitz macht’s nochmal
Die zweite Halbzeit begann personell unverändert und der Club machte sofort mächtig Alarm. Die Offensivreihen pressten früher, Bälle konnten vorn länger gehalten werden, Härtel schien seinen Jungs die richtigen Worte mit auf den Weg gegeben zu haben.

In der 49. Minute Türpitz mit einem tiefen Ball in Richtung Düker, welcher sich von Unterhaching-Kapitän Welzmüller lösen konnte, dieser ihn aber im Alleingang aufs Tor zu Boden zerrte. Dingert blieb nur übrig, den Hachinger aufgrund einer Notbremse des Feldes zu verweisen. Schromm reagierte unverzüglich, nahm den offensiven Porath aus der Partie, Defensivmann Taffertshofer kam ins Spiel.
Der anschließende Freistoß aus 17 Metern von Hammann wäre gut gekommen, blieb aber in der Mauer hängen. Nach 63 Minuten reagierte auch Härtel und gab mit seinen offensiven Wechseln die Marschroute für die letzte halbe Stunde vor. Beck und Costly ersetzten nun Düker und Pick. Kurz nach dem Wechsel hatte Türpitz die nächste Topchance auf dem Fuße, aus spitzem Winkel konnte Königshofer sein Geschoss parieren.

FCM drückt im Aprilschauer – Türpitz mit einem Geschoss ins Glück
Blau-Weiß war nun am Drücker und nutzte die personelle Überzahl geschickt, die über 1.300 Clubfans peitschen ihre Mannen unter einsetzenden Regen und Hagelsturm lautstark nach vorn. Härtel setzte alles auf eine Karte und wechselte Lohkemper für Hainault ein, um endlich das so wichtige Tor herbeizuführen. Zwei Minuten nach dem Wechsel war es soweit. Costly behauptete das Leder an der gegnerischen Strafraumkante, liegend schob er den Ball weiter, Lohkemper legte gedankenschnell quer zu Türpitz. Die Nummer acht machte es wie vor vier Tagen und schüttelte sich alles Gegenspieler vom Leib, Königshofer konnte er mit einem strammen Schuss zum 1:0 vor dem Magdeburger Block überwinden: das Leder zappelte im Netz. Es wurde laut im Sportpark, unter keinen Umständen wollte man nun erneut einen späten Gegentreffer hinnehmen, so stemmte sich jeder einzelne gegen die nun drohenden Angriffe des Schromm-Teams. Beinahe erhöhte Lohkemper mit einem Fernschuss auf 2:0, doch Königshofer streckte sich und lenkte den Ball zur Ecke.

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Jubel nach dem 1:0-Führungstreffer durch Türpitz. Foto: Sportfotos-MD

Gegen die Magdeburger Defensive war nun nahezu kein Durchkommen mehr, lange Bälle konnten zumeist früh, spätestens aber im eigenen Sechszehner entschärft werden. Auch die drei Minuten Nachspielzeit überstand der Club schadlos und es blieb beim dreckigen und verdammt wichtigen 1:0 Auswärtssieg. Mit diesem Dreier in der Ferne eroberte sich der 1. FC Magdeburg den zweiten Tabellenplatz vor Wiesbaden und hinter Paderborn zurück. Trotz zahlreicher Personalsorgen gelang es Blau-Weiß zur großen Freude von Cheftrainer Jens Härtel, die Null zu halten und drei wichtige Punkte an die Elbe zu bringen.

„Mit dem Spiel bin ich nicht ganz zufrieden, mit dem Ergebnis schon. Zwar fehlte uns etwas die Frische, doch zählen in dieser Phase der Saison nur Ergebnisse“, fasste Härtel zusammen.

Am kommenden Samstag, 07.04.2018, bestreitet der 1. FC Magdeburg um 14:00 Uhr das nächste Heimspiel in der Magdeburger MDCC-Arena. Zu Gast ist der formstarke Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC unter dem Motto „Fahnentag“.

Fans: 5.000

Tore: 0:1 Philip Türpitz (77.)

1. FC Magdeburg: Jan Glinker – Philip Türpitz, Nico Hammann, Dennis Erdmann, Steffen Schäfer, Tobias Schwede, Nils Butzen, Florian Pick (63. Christian Beck), Julius Düker (63. Marcel Costly), Andre Hainault (76. Felix Lohkemper), Charles Elie Laprevotte

SpVgg Unterhaching: Lukas Königshöfer – Maximilian Bauer, Josef Welzmüller, Max Dombrowka, Stephan Hain, Jim-Patrick Müller (85. Thomas Steinherr), Christoph Greger, Dominik Stahl, Sascha Bigalke, Orestis Kiomourtzoglou (81. Stefan Schimmer), Finn Porath (52. Ulrich Taffertshofer)

Pressekonferenz: 

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