
Neuzugänge gesucht und gefunden
Halb sieben im Sportinternat an der Friedrich-Ebert-Straße: Auf den Treppen des vierstöckigen Hauses herrscht emsiges Treiben, eine knappe halbe Stunde bleibt den Sportschülern noch, ehe der Unterricht beginnt. Zoe und Anik nehmen ihre Schulrucksäcke, die heute ziemlich leicht sind. Bio, Sozialkunde und Musik stehen auf dem Stundenplan, ehe es zum ersten Training des Tages geht. Frühstück ist wichtig, weiß das Duo, und so reihen sich die Mädchen in die Schlange an der Essensausgabe ein. Für die Internatler stehen fünf Mahlzeiten bereit. Bereits nach zwei Unterrichtsstunden gibt es eine Zwischenmahlzeit, ehe es nach dem Training zum Mittagessen geht. „Läuft!“, meinen die zwei und nehmen ihren langen Arbeitstag in Angriff. Recht schnell haben sie sich an den frühen Unterrichtsbeginn gewöhnt. Pünktlich um sieben Uhr bittet Biologielehrer Herr Steinbach um Aufmerksamkeit für gesunde Ernährung und das Verdauungssystem. Auch Summer, Aurelie, Piet M, Piet V. und Max sind neu in der Klasse 8b am Sportgymnasium. „Es macht Spaß, hier zu lernen“, sagen die Neuen übereinstimmend. „Vielleicht, weil in der Klasse fast alle Fußball spielen, da ticken wir bestimmt gleich“, vermutet Summer, die aus Schartau an das SGM gewechselt ist. Und natürlich zum HB Immobilien Nachwuchsleistungszentrum. „Hier wird man sehr gut gefördert, und ich liebe es, die Magdeburger Farben tragen zu dürfen“, ergänzt sie. Für Summer und Aurelie beginnt der Tag noch früher als für ihre Klassenkameraden, denn sie müssen fahren, in diesem Fall mit Straßenbahn bzw. „Mama-Taxi“.
Nach dem zweiten Frühstück „wird getrommelt und gepfiffen“, soll heißen, eine Doppelstunde Musik ist angesetzt. Zusammen musizieren mit Schlagwerk, Keyboards und Metallophonen „ist irgendwie auch wie ein Mannschaftssport“, finden die Jungs, „man muss aufeinander achten und hören.“ Und noch etwas ist besonders für die Neuzugänge: „Getrennt lernen, gemeinsam trainieren“ – Schülerinnen und Schüler der Sportsekundarschule „Hans Schellheimer“ und des Sportgymnasiums trainieren in der „Zusatzsport-Zeit“ zusammen. Da alle sieben Neuen den L-Status haben, wird in dieser Zeit im NLZ trainiert.
Auch Sami, Luca, Martha, Tim W., Jona, Jarne und Tim F. sind neu – in diesem Fall lernen sie seit einigen Wochen in der Klasse 7c. Sie alle haben den Traum, Fußballprofi zu werden. Und so weit brauchen sie gar nicht zu schauen; mit Noah Kruth, Robert Kampa, Magnus Baars und Leon Mergner stehen ehemalige SGMler im Zweitliga-Kader. Elftklässlerin Mia Juhnke hat den Sprung in das Regionalliga-Team der Frauen geschafft. „Mein Vorbild ist Lamine Yamal“, sagt Luca, der unbedingt später in der Nationalmannschaft spielen möchte. Auch „CR7“ leuchtet bis nach Magdeburg und steht für Piet M., Tim W. und Sami ganz oben.
Und noch etwas ist ganz wichtig für die jungen Fußballerinnen und Fußballer: Klare Regeln und Strukturen, sowohl im Verein, im Internat als auch in der Schule. Tim F. aus Görlitz gibt es Sicherheit in einer pickepackevoll geplanten Woche, in der wenig Zeit für private Dinge bleibt. „Alle sind hier so korrekt“, meint Piet M.. Er ist aus Lambrechtshagen bei Rostock an die Elbe gewechselt. In diesem Fall gibt es einen interessanten Hintergrund: Piet hat im F.C. Förderkader Rene Schneider trainiert. Der ehemalige Europameister und Profifußballer (Jahrgang 1973) hat acht Jahre für den 1. FC Magdeburg die Töppen geschnürt. So kann sich ein Kreis schließen …
Und mit Sicherheit werden wir den ein oder anderen Namen der Neuzugänge in den zukünftigen Mannschaftsaufstellungen unserer U-Teams lesen, von besonderen Toren hören oder einen „Natio“-Einsatz bejubeln. Auf geht's, Magdeburger Mädchen und Magdeburger Jungs!
Von Almuth Steinhoff



