Am Freitag findet der 15. Behindertentag des 1. FC Magdeburg statt

Am Freitag findet der 15. Behindertentag des 1. FC Magdeburg statt.

Anlässlich des bevorstehenden 15. Behindertentages schauen wir auf die Geschichte dieser besonderen Veranstaltung.

Der Behindertentag des 1. FC Magdeburg

Verein

Auch sportlich eine Erfolgsgeschichte

Der Behindertentag des 1. FC Magdeburg hat sich im Laufe der Jahre zu einer überregional bekannten und beliebten Veranstaltung entwickelt. In seiner heutigen Größe gilt er als deutschlandweit einzigartig. Ziel der Veranstaltung war und ist es, Fußballfans mit Handicap einen besonderen Stadiontag zu ermöglichen und gleichzeitig Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

Die Idee entstand im Frühjahr 2010. Der damalige FCM-Fanbeauftragte Ralf Dobberitz und der Dachverband der FCM-Fanclubs planten, Menschen mit Behinderung zu einem Heimspiel einzuladen. Mit Unterstützung des Vereins für ein barrierefreies Umfeld (VBU) sowie engagierter Helfer setzte Gerald Altmann vom Dachverband das Vorhaben um.

Am 9. Mai 2010 fand schließlich der erste Behindertentag statt. 25 Fans mit Handicap trafen sich bereits mehrere Stunden vor dem Spiel in der MDCC-Arena. Nach einer Stadionführung und einem gemeinsamen Mittagessen verfolgten sie das Heimspiel gegen den FC Oberneuland, das der FCM mit 5:0 gewann. Der Erfolg und die positive Resonanz machten schnell deutlich, dass aus dieser Idee mehr entstehen könnte.

Bereits ein Jahr später folgten 45 Gäste aus verschiedenen Behinderteneinrichtungen aus Magdeburg und Staßfurt der Einladung. Neben einer Stadionführung und einem gemeinsamen Essen erlebten die Teilnehmer ein emotionales Spiel gegen die zweite Mannschaft von Eintracht Braunschweig. Mit einem 3:2-Sieg legte der FCM damals den Grundstein für den Klassenerhalt in der Regionalliga Nord – ein Erlebnis, das den Gästen lange in Erinnerung blieb.

Wachstum und große Resonanz

2011 wurde Gerald Altmann offiziell zum Behinderten-Fanbeauftragten ernannt. Gemeinsam mit Ralf Dobberitz entstand die Idee, den Behindertentag deutlich größer zu organisieren. Unterstützung kam auch vom damaligen FCM-Präsidenten Peter Fechner.

Unter dem Motto „Blau-Weiße Begeisterung kennt kein Handicap“ wurden zahlreiche Behinderteneinrichtungen angeschrieben und eingeladen. Als Schirmherren konnten der damalige Oberbürgermeister Lutz Trümper und die Paralympics-Medaillengewinnerin Marie Brämer-Skowronek gewonnen werden.
 


Am 29. April 2012 nahmen bereits rund 1.200 Gäste mit Handicap teil. Ab dem Vormittag gab es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Spielen, Musik, Autogrammstunden und einem Kuchenbasar. Für die Teilnehmer wurden Speisen kostenlos angeboten. Den sportlichen Höhepunkt bildete ein 2:0-Heimsieg gegen den SV Wilhelmshaven – der einzige Heimsieg des FCM in dieser Saison.

Auch 2013 wuchs die Veranstaltung weiter. Beim Heimspiel gegen die TSG Neustrelitz folgten mehr als 1.500 Menschen mit Behinderung der Einladung. Neben Musik, sportlichen Aktivitäten und Spielmöglichkeiten gehörten auch prominente Gäste zum Programm, darunter Boxweltmeister Robert Stieglitz. Die Mischung aus Fußball, Unterhaltung und gemeinschaftlichem Erlebnis machte den Tag zu einem festen Bestandteil im Vereinsleben.

Etablierung als feste Tradition

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Behindertentag zu einer festen Tradition beim 1. FC Magdeburg. Immer mehr Einrichtungen, Gruppen und Einzelpersonen nahmen teil. Der organisatorische Aufwand wuchs entsprechend, wurde jedoch durch viele ehrenamtliche Helfer, Fanclubs und Partner unterstützt.

Das Programm wurde kontinuierlich erweitert. Neben Stadionführungen und gemeinsamen Mahlzeiten gab es regelmäßig Mitmach-Sportangebote, Musik und Bühnenprogramm, Autogrammstunden mit Spielern, Begegnungen mit prominenten Gästen sowie Spiele und Aktivitäten für Kinder und Erwachsene.

Der Behindertentag wurde damit nicht nur zu einer Veranstaltung rund um ein Fußballspiel, sondern zu einem großen inklusiven Begegnungsfest.
 


Unterbrechung und Neustart

Wie viele Veranstaltungen musste auch der Behindertentag während der Corona-Pandemie zeitweise pausieren. Die Einschränkungen im Stadionbetrieb machten größere Zusammenkünfte über einen längeren Zeitraum unmöglich.

Nach dem Ende der pandemiebedingten Beschränkungen nahm der 1. FC Magdeburg die Tradition jedoch wieder auf. Die Verantwortlichen knüpften an die erfolgreiche Geschichte an und führten den Behindertentag erneut durch – mit dem gleichen Ziel wie zu Beginn: Menschen mit Handicap ein besonderes Stadionerlebnis zu ermöglichen.

Entwicklung bis 2025

Bis zum Jahr 2025 hat sich der Behindertentag zu einer der größten inklusiven Fanveranstaltungen im deutschen Fußball entwickelt. Tausende Gäste aus ganz Deutschland haben in dieser Zeit teilgenommen. Viele Einrichtungen besuchen die Veranstaltung regelmäßig und betrachten sie inzwischen als festen Termin im Jahreskalender.

Der Erfolg beruht auf mehreren Faktoren:

  • der engen Zusammenarbeit zwischen Verein, der aktiven Fanszene, den Fanclubs und sozialen Einrichtungen
  • dem großen Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher
  • der konsequenten Ausrichtung auf Barrierefreiheit und Teilhabe
  • der besonderen Atmosphäre rund um den 1. FC Magdeburg


Für viele Teilnehmer ist der Behindertentag mehr als nur ein Fußballspiel. Er bietet die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, neue Menschen kennenzulernen und für einen Tag Teil einer großen blau-weißen Fußballfamilie zu sein.
 


Bedeutung des Behindertentages

Der Behindertentag des 1. FC Magdeburg steht exemplarisch für gelebte Inklusion im Sport. Er zeigt, dass Fußball Menschen unabhängig von ihren körperlichen oder geistigen Voraussetzungen verbinden kann.

Was 2010 mit einer kleinen Gruppe von 25 Gästen begann, hat sich in den folgenden Jahren zu einer großen Veranstaltung mit tausenden Teilnehmern entwickelt. Der Behindertentag ist damit nicht nur ein besonderes Ereignis für Fans mit Handicap, sondern auch ein wichtiges Zeichen für gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenhalt.

Die Geschichte dieser Veranstaltung verdeutlicht, wie aus einer einfachen Idee durch Engagement, Zusammenarbeit und Begeisterung eine langjährige Tradition entstehen kann – eine Tradition, die auch in Zukunft ein fester Bestandteil des Vereinslebens beim 1. FC Magdeburg bleiben soll.

Der Behindertentag ist auch aus sportlicher Sicht für den 1. FC Magdeburg eine Erfolgsgeschichte. In 14 Spielen am Behindertentag konnte der FCM zwölfmal gewinnen, nur jeweils einmal gab es ein Unentschieden bzw. eine Niederlage – insgesamt ein gutes Vorzeichen für die Partie am Freitagabend gegen Darmstadt, wenn der Behgindertentag seine 15. Auflage feiert.

Fotos: FCM / Archiv