
Über die Schulter geschaut
Ein Tag im Leben zweier Sportschüler
6.00 Uhr: Im Sportinternat an der Magdeburger Friedrich-Ebert-Straße klappen die Zimmertüren, Fabian und die anderen Jungs von Etage zwei wuseln im Gang hin und her, und gegen halb sieben schultert Fabian seinen Rucksack. Eine Etage tiefer trifft er auf Leopold; beide sind sowohl Klassenkameraden als auch Trainingskumpel. Beim Frühstück in der Mensa tauschen sie mit den anderen Mitschülern letzte Updates zur ersten Stunde aus: Doppelstunde Biologie mit dem Thema Immunsystem. „Es ist spannend, wie der Körper funktioniert“, Fabian und Leopold sind gut
9.05 Uhr: Nach dem ersten Unterrichtsblock und der Frühstückspause „geht es recht entspannt weiter“; Musik und Sozialkunde, Akkordspiel und singen bzw. das Wahlverhalten, praktisch und informativ. Die Jungs lernen in der 8b, einer reinen Fußballer-Klasse. Fußballer mit Leistungsauftrag (L-Schüler) sowie T-Schüler (Talente) sitzen gemeinsam im Unterricht. Eine reine Jungsklasse inmitten der Pubertät – spannend und herausfordernd für Schüler und Lehrkräfte.
10.55 Uhr: Nun wartet der beste Teil des Vormittags: Zusatzsport, im Fall von Leopold und Fabian gemeinsames Training der U14-Jungs mit der U15 des 1. FC Magdeburg. Hier profitieren die jungen Kicker von der Verzahnung der schulischen Ausbildung mit dem Sport. Zweimal wöchentlich wird am Vormittag gemeinsam mit den Sportsekundarschülern trainiert: „Wir lernen getrennt, trainieren aber gemeinsam“, beschreibt Fabian das NLZ-Modell in Magdeburg. Oft steht in den Vormittagseinheiten „Schwerpunkttraining“ auf dem Plan. Für Leopold und zwei weitere Torhüter ist regelmäßig Sprungkraft-Training angesetzt. Torwarttrainer Tom Schlitter variiert die Übungen vielfältig, vieles kennt der U23-Tormann aus seiner eigenen Ausbildung im HB-Immobilien-Nachwuchsleistungszentrum. Was sind Leopolds „favorits“? „Ich mag es, in die Ecken zu fliegen und die Bälle rauszufischen;“ Fabian hat am Vormittag die Möglichkeit, „sich mit den Älteren zu messen.“ Der Innenverteidiger mag besonders die kleinen, schnellen Spielformen.

12.30 Uhr: In der Mensa ist fast jeder Platz besetzt. Viele Schülerinnen und Schüler beider Sportschulen haben jetzt Mittagspause; Fabian und Leopold sitzen heute an einem der Fenstertische – heute ist tatsächlich für beide ein „Tag des Lieblingsessens“: für Leopold gibt es Nudeln, Fabian isst Fisch mit Reis.
13.10 Uhr: Papier ist tragfähig – diesen Beweis „bauen“ die Achtklässler in den letzten beiden Unterrichtsstunden in Form einer Murmelbahn. Eine Stunde haben die beiden noch, ihr Kunstwerk fertigzustellen. Kommenden Mittwoch werden beide ihr Papier-Bauwerk präsentieren.
14.45 Uhr: Schulschluss – der Weg zum Internat beträgt nur wenige Meter, und in zwei Minuten kann man tatsächlich im Zimmer sein. Die Zeit zwischen Schule und Training verbringt Leopold gern im Bett: („Power-Napping“), um danach einige Hausaufgaben zu machen. Für Fabian geht es erst mal an den Schreibtisch – je nach Bedarf erledigt er zuerst die schulische Nacharbeit. In Vereinskleidung und der Trainingstasche starten die Internatler viertel fünf Richtung NLZ. „Hier gibt es zum Glück kurze Wege, alles ist schnell erreichbar“, beschreibt Fabian die Vorzüge des Sportkomplexes.
18.30 Uhr: Das Flutlicht erhellt die Kunstrasenplätze hinter der Avnet Arena. Ballnetze, Getränkekisten und Hütchen werden zusammengepackt; die U14-Kicker haben eine Menge zu tragen. Die vorausgegangene Trainingseinheit stand ganz im Zeichen des Spitzenspiels am Wochenende.

19.30 Uhr: Ein schmales Zeitfenster bleibt bis zur Nachtruhe: Abendessen, Mappe packen, vielleicht noch ein paar Körbe werfen auf dem nahgelegenen Schulhof. Auch mit der Familie telefonieren gehört dazu, die die ein oder andere Nachricht wird geschrieben oder mit den Freunden zu Hause gechattet. In jeder Etage gibt es ein Clubzimmer, wo man fernsehen kann. An Fabians und Leopolds Zimmertür steht: Nachtruhe – 21.00 Uhr. Hört sich streng an, ist aber bei diesem täglichen Pensum absolut notwendig. Fern von der Heimat (Leopold kommt aus Daarsdorf am Berge in Thüringen, Fabian aus Planitz bei Zwickau) meistern die beiden Youngster ihren Fußball/Schulalltag bravourös. Im Übrigen, besagtes Spitzenspiel in der Talente - Spielrunde – Nordost gegen den 1. FC Union Berlin endete 4:4. Leopold und Fabian standen in der Startelf – so kann es weitergehen!
Text: FCM / Almuth Steinhoff
Fotos: FCM / Almuth Steinhoff & FCM / Norman Seidler



