
Statement des 1. FC Magdeburg.
Aktuelle Einordnung
Zu den Geschehnissen rund um den zurückliegenden Spieltag gegen Dresden
Der 1. FC Magdeburg befindet sich auch mehrere Tage nach den schweren Vorkommnissen beim Heimspiel gegen die SG Dynamo Dresden in einer intensiven und umfassenden Aufarbeitung der Ereignisse. Im Stadionumlauf kam es zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Magdeburger Zuschauern und Polizeikräften, deren Folgen uns als Club zutiefst betroffen machen. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden rund 70 Polizeikräfte sowie eine noch nicht abschließend bezifferbare Zahl von Zuschauern verletzt.
Seit Samstag bewerten wir die Vorfälle fortlaufend und in engem, konstruktivem Austausch mit allen beteiligten Stellen. Dazu gehören die Polizei, das Innenministerium, die Sicherheits- und Ordnungsdienste, die Sanitätskräfte und natürlich auch unsere Fans. Diese Gespräche dauern an und bilden die Grundlage für eine rückhaltlose, sachliche und vollständige Aufarbeitung.
Nach jetzigem Stand lässt sich festhalten, dass vor dem Ende der ersten Halbzeit Magdeburger Fans – nachdem zwei Raketen und vier Böller aus dem Gästeblock in den Heimbereich abgeschossen wurden – sowohl über den Innenraum als auch den Stadionumlauf versuchten, gewaltsam in Richtung des Gästeblocks vorzudringen. Anschließend begann die Konfrontation mit den Polizeikräften, die zur Unterstützung des Ordnungsdienstes in den Umlauf hinter der Nordtribüne gekommen waren. Bedingt durch die einsetzende Halbzeitpause strömten weitere Zuschauer aus den angrenzenden Blöcken in den Umlauf, sodass sich in der unübersichtlichen Lage Teile dieser Fans an den Auseinandersetzungen beteiligten.
Nach den uns vorliegenden Informationen handelt es sich nicht um einen vorab geplanten Angriff, sondern um eine Situation, die sich dynamisch und unkontrolliert verselbstständigt hat. Dies entlastet niemanden, ist aber ein wichtiger Baustein der Einordnung.
Unverrückbar bleibt: Gewalt hat beim 1. FC Magdeburg keinen Platz! Die Ereignisse vom 24. Januar widersprechen unseren Werten in jeder Form und werden von uns klar verurteilt.
Uns ist bewusst, dass viele Menschen jetzt konkrete Maßnahmen und klare Antworten erwarten. Gleichzeitig befinden wir uns nach wie vor mitten in der Aufarbeitung. Solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, können und wollen wir keine vorschnellen Bewertungen oder Maßnahmenpakete veröffentlichen. Die laufende Analyse wird weitere Erkenntnisse bringen – und erst darauf aufbauend können wir tragfähige und nachhaltige Entscheidungen treffen. Wichtig ist: Wir setzen alles daran, die richtigen Schlüsse zu ziehen und konsequent zu handeln.
Der Auftrag ist es nun, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu entwickeln, die solche Vorfälle künftig verhindern. Unser Mitgefühl gilt allen verletzten Polizeikräften und Zuschauern. Wir wünschen ihnen eine schnelle und vollständige Genesung und danken den Sanitäts- und Hilfskräften ausdrücklich für ihren beherzten Einsatz.
Der 1. FC Magdeburg steht für Gemeinschaft, Verantwortung und ein friedliches Stadionerlebnis für alle. Wir verurteilen die Ereignisse vom Samstag aufs Schärfste. Unseren Weg der Verantwortung und des Zusammenhalts gehen wir konsequent weiter.
Mit blau-weißen Grüßen
Aufsichtsrat, Präsidium und Geschäftsführung des 1. FC Magdeburg



