Die U17 im Fokus

Die U17 im Fokus.

Almuth Steinhoff wirft einen Blick auf unsere U17-Mannschaft.

Die U17 hat Großes vor

NLZ

Ein Bericht von Almuth Steinhoff

In diesen Tagen ist manches anders. Schneeschippen als Erwärmung, „Powernapping“ auch mal anstatt des Unterrichts oder die Verdopplung des täglichen Vitaminkicks – der Winter hat die Nachwuchslicker des NLZ „voll in der kalten Zange“. Klar, wer Fußball spielt, ist draußen zu Hause, aber gerade jetzt haben die jungen Kicker die (Schnee)nase voll. „Oft hatten wir in den letzten Wochen der Vorbereitung nur einen halben Platz oder ein Platzdrittel zur Verfügung“, beschreibt U17-Cheftrainer Matthias Mincu die schwierigen Trainingsbedingungen. Da bekommt das viel zitierte „blau-weiß“ gleich eine andere Bedeutung, witzeln einige der Jungs (wie zum Beispiel blaue Flecken auf weißem Geläuf geholt). Gefrorener Boden kommt dazu, ebenso der fehlende Abschlusstest vor dem nächsten Schritt in der Liga.

Diesen „Step“ haben die U17-Jungs unbeeindruckt von diesen widrigen Bedingungen getan; um mit Zahlen zu sprechen – vier Punkte in zwei Spielen geholt. Die Gegner waren keine Geringeren als RB aus der Messestadt Leipzig und der Nachwuchs des Hamburger SV. „Wir spielen jetzt in einem Ligensystem mit vier Staffeln mit je sechs Mannschaften. Hin- und Rückspiele ergeben zehn Spieltage. Die ersten vier Teams der Endtabelle kommen in das Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft.“ Zudem ist interessant: Der Erste der einen Nordstaffel spielt gegen den Vierten der anderen Nordstaffel, der Zweite der einen Staffel gegen den Dritten der anderen Staffel. Das Viertelfinale wäre dann gegen einen Gegner der beiden Südstaffeln.

Aber zuerst kommt die Pflicht, heißt also: einen der ersten vier Plätze in der Staffel klarzumachen. Besagte vier Zähler (3:1 zu Hause gegen den HSV sowie 2:2 gegen RB Leipzig) lassen das U17-Team derzeit auf Platz zwei der Tabelle verweilen. Obwohl, verweilen können die Jungen nur gedanklich, und das auch nur kurzzeitig. Die akribische Vorbereitung auf den nächsten Gegner beginnt gleich nach Abpfiff des letzten Spiels. Bis Ende März ist an jedem Wochenende ein Spiel angesetzt. Jetzt geben eingespielte Szenarien Sicherheit, denn die Jungs „tanzen meist auf zwei Hochzeiten“ – Ausbildung/Schule und Leistungssport. Derzeit profitieren Trainerteam und Spieler „von der positiven Dynamik im Team, von der hohen Leistungsbereitschaft sowie dem Willen, sich über das Training zu entwickeln.“ Cheftrainer Matthias Mincu findet im Allgemeinen lobende Wort für den derzeitigen Ist-Zustand. Gleichzeitig versucht er aber auch zu differenzieren. Am Landespokal-Spiel auswärts (Sieg gegen die NSG Leißling/1. FC Zeitz) nahm nur ein Teil des Teams teil, die anderen trainierten spezifisch zu Hause.

Innerhalb der Schülerschaft am Sportgymnasium (10./11. Klasse) fallen die U17-Jungs weder durch markige Sprüche noch durch Arroganz gegenüber anderen Sportarten auf. In diesen Altersklassen gibt es keine reinen Fußball-Klassen mehr, „so dass man sich selbst nicht so wichtig nimmt.“ Innenverteidiger Rick Lemke beschreibt, dass die Fokussierung auf Schule, Leistungssport und auch auf die wenigen freien Minuten immer besser funktioniert. „Man lernt gerade jetzt, dass man ohne Struktur nicht mehr klarkommt.“ Spätestens jetzt wissen die Jungs, sie sind nicht nur zum Fußballspielen am NLZ, sondern haben hier auch die Chance auf einen hochwertigen Schulabschluss. In den kommenden Wochen steht nun ein echter Kraftakt an: Tests und Klassenarbeiten bestehen und vor allem die Tür zum Achtelfinale weit aufstoßen und Richtung Viertelfinale träumen – denken – trainieren.

Text & Foto: Almuth Steinhoff